Anne Sasson, Tierheilpraktikerin für Hunde, Katzen und Kleintiere - Klassische Tierhomöopathie in und um Berlin
Teil 2
Staphisagria, das Stephanskraut
Einsatzgebiete
- Bei Wunden und Verletzungen durch schneidende Instrumente (Messerstiche, chirurgische Eingriffe)
- mit heftigen Schmerzen
Leitsymptome
- ausgeprägte Empfindlichkeit des Patienten auf Angriffe von Außen
- Verschlimmerung durch leiseste Berührung
Calendula, die Ringelblume
Darf in keiner Notfallapotheke fehlen!
Einsatzgebiete
- Wundenbehandlung.
Hier handelt es sich um eine phytotherapeutische Anwendung:
- 20 Tropfen Urtinktur in 100 ml Kochsalzlösung (=
1Liter Wasser mit 9 gr. Salz kochen) verdünnen
- Die Lösung sollte schnell verbraucht werden.
- Reinigt die Wunde
- Nimmt Brennen und Juckreiz
- Fördert die Heilung von innen nach außen
- Cocculus D6: Erschöpfung und Übelkeit. Legt sich hin und bleibt ganz still, bewegungslos. Schwindel, deshalb schlimmer auf kurvenreichen Strecken. Ein wichtiges Mittel insbesondere für Welpen. Rasche Erholung nach dem Aussteigen.
- Tabacum D6: Kalte Haut, große Blässe, extreme Übelkeit („sterbensübel“), Zittern
- Petroleum D6: Übelkeit und Erbrechen, der Hund würde trotzdem fressen.
- Nux Vomica: (Versuch zu) Erbrechen, auch bei leerem Magen. Große Nervosität und Reizbarkeit. - Viel Hecheln und Jammern.
Arsenicum album
Einsatzgebiete
- heftiger Brechdurchfall als Folge verdorbener Nahrungsmittel (insbesondere Fleisch)
- Lebensmittelvergiftung
Leitsymptome
- Gleichzeitiges Auftreten von Erbrechen und Durchfall
- Der Durchfall ist sehr flüssig, dunkel, kadaverartiger Geruch
- Sehr große Schwäche, Erschöpfung
- Ständiger Stuhldrang
- Verschlechterung nachts, insbesondere nach Mitternacht
- Großer Durst nach kaltem Wasser in kleinen Mengen
- Große Unruhe und Ängstlichkeit
Veratrum album
Einsatzgebiete
- heftiges Erbrechen und Durchfall mit großem Flüssigkeitsverlust
- Vergiftungen
Leitsymptome
- bei reichlichen Absonderungen: reichlicher Stuhl, reichliches Erbrechen, reichlicher Urin, reichlicher Speichelfluss, reichlicher Schweiß. Wenn man sich fragt, wo der Hund das alles hernimmt!
- Diarrhöe grünlich und flüssig
- Gewaltsame Entleerung
- schmerzhafte Bauchkrämpfe
Phosphorus
Einsatzgebiete
- Erbrechen und Durchfall
Leitsymptome
- schwächender Durchfall
- unstillbarer Durst nach kaltem Wasser
- Wasser wird wieder erbrochen, sobald es sich im Magen erwärmt hat.
- Blutiger Durchfall
- Verlangen nach Gesellschaft
Nux Vomica, die Brechnuss
Einsatzgebiete
- Übermäßiges Fressen
Leitsymptome
- große Übelkeit
- wiederholtes Erbrechen
- großes Reizbarkeit, schlechte Laune, will alleine sein
Belladonna, die Tollkirsche
Einsatzgebiete
- Sonnenstich und Hitzschlag
- bei vielen plötzlichen und heftigen Erkrankungen, insbesondere Entzündungszustände, wenn die Symptome passen
- insbesondere bei Welpen
Leitsymptome
- starke Hitze, hohes Fieber, der Patient glüht
- Röte, knallrote Haut oder Schleimhäute
- Überempfindlich gegenüber Erschütterungen und Berührungen, auch gegen Lärm
- vergrößerte Pupillen, starrer Blick
Cantharis, die spanische Fliege
Einsatzgebiet
- Verbrennungen
Zur Linderung der Schmerzen und positiven Beeinflussung des Heilungsprozesses.
1-2 Globuli in 100 ml Wasser auflösen, davon zunächst alle 5 Minuten einen Esslöffel geben. Mit zunehmender Besserung wird die Gabenhäufigkeit verringert.
Bei schweren Verbrennungen/Schock unbedingt einen TA/eine Tierklinik aufsuchen!
Millefolium, die Schafgarbe
Einsatzgebiet
- Schmerzlose Blutungen
- Hellrotes, glänzendes, leuchtendes, flüssiges Blut
- Stark blutende Wunden, besonders nach einem Sturz
Hamamelis, die virginische Zaubernuss
Einsatzgebiet
- Sehr schmerzhafte Blutungen, z.B. nach OP.
- Schnittwunden, Risswunden
- Verletzungen von Weichteilen mit Bluterguss
Leitsymptome
- Starke, dunkle, klumpige Blutungen
- Große Schwäche, die nicht im Verhältnis mit der Blutung steht
Wichtige Regeln für die Behandlung
Bitte beherzigen Sie diese Regeln, damit Sie Ihren Hund im Notfall erfolgreich behandeln können.
- Sollten Sie Zweifel haben, stellen Sie Ihren Hund einem Tierarzt vor oder fragen Sie den behandelnden Homöopathen.
- Es werden niemals Mittel gegeben, ohne dass eindeutige Symptome, die für dieses Mittel sprechen, zu erkennen sind. Dies schließt insbesondere jede prophylaktische Mittelgabe aus.
- Die homöopathische Behandlung ist eine therapeutische Behandlung. Es sollten also keine Bagatellfälle behandelt werden. Kleine Verletzungen heilen durchaus von selbst und brauchen keinerlei therapeutische Unterstützung.
- Es sollen nur ansonsten gesunde Hunde behandelt werden.
- Es sollten keine Mittel an andere Tierhalter weiterempfohlen werden und auch keine gut gemeinten Ratschläge von Laien angenommen werden, selbst wenn sich die Fälle auf den ersten Blick sehr ähneln.
- Verlassen Sie sich nur auf die
Symptome, die Sie selbst bei Ihrem Hund feststellen sowie auf Ihre eigene
Kenntnis der Mittel.
Verabreichung: Die 1. Gabe
- Die Mittel werden in der Potenz C30 verabreicht.
- Wenn die Zeit und die Umstände es zulassen, wird ein
Globulus (Kügelchen) in ca. 40 ml Wasser in einer Plastikflasche aufgelöst und davon 2-3
ml (ca. 1 Plastiklöffel) in die Lefze des Hundes gegeben. Das geht mit einer
Einwegspritze sehr einfach. Die Auflösung muss nicht zwangsläufig
geschluckt werden.
- Wenn es ganz schnell gehen muss, wird ein Globulus in die Lefze des Hundes gegeben. Er muss das Kügelchen nicht schlucken, es reicht, dass die Schleimhäute mit der Substanz in Kontakt kommen.
- Es wird nur ein Mittel verabreicht. Gerade in akuten Fällen wird bei einem richtig ausgewählten Mittel eine Besserung schnell eintreten. Die Besserung ist das Zeichen, dass das Mittel richtig ausgewählt wurde. Es ist sinnlos, ein Mittel, das keine Besserung bewirkt hat, erneut zu verabreichen.
- Ist eine Besserung zu erkennen, so wird nicht weiter behandelt, solange diese positive Wirkung anhält. Erst wenn die Besserung nachlässt und der Zustand stagniert, kann eine weitere Mittelgabe erfolgen.
- In vielen Fällen wird es Ihnen nicht möglich sein, die körperliche Besserung sofort zu erkennen. Sie werden jedoch merken, dass es Ihrem Hund „besser geht“. War er nach einem Sturz äußerst unruhig, so kann das Ruhigerwerden als Besserung gedeutet werden. War er apathisch, niedergeschlagen, in sich zurückgezogen, so ist ein auf Sie gerichteter Blick schon als positiv zu interpretieren. Diese positiven Verhaltensveränderungen nach der Mittelgabe sind zuverlässige Zeichen für die Wirkung des gewählten Mittels.
Verabreichung: Die Gabenwiederholung
- Wenn Sie das Mittel für die erste Gabe in Wasser aufgelöst haben, dann schlagen Sie jetzt die Flasche 5 bis 10 Mal gegen eine prallelastische Unterlage (z.B. Buchrücken oder in die andere Handfläche). Das klingt esoterisch, ist es aber nicht: durch die Schüttelchläge wird die Potenz des Mittels leicht erhöht, es entspricht den Verabreichungsregeln der klassischen Homöopathie, bei der die Gabenwiederholungen nicht in gleicher Potenz erfolgen.
- Die Schüttelschläge erfolgen vor jeder weiteren Wiederholung des Mittels.
- Bei dieser Verabreichungsform können Sie die Gabe wiederholen, wenn die Besserung langsam fortschreitet. Das ist ein großer Vorteil dieser Methode gegenüber der Trockengabe.
- Wenn Sie die Behandlung mit einem trockenen Kügelchen begonnen haben und eine Besserung feststellen, müssen Sie das Mittel unbedingt auswirken lassen, also keine Gabenwiederholung vornehmen, bevor die Besserung stagniert oder sogar zurückgeht.
- Wie lange die Besserung anhält, ist sehr individuell, hierfür können keine Richtwerte gegeben werden.