Tiere ganzheitlich behandeln.

 

 

Vestibulärsyndrom beim Hund

Plötzlich torkelt und schwankt unser Hund, als wäre er betrunken. Er bewegt die Augen merkwürdig hin und her, hält den Kopf schief, ist so benommen, dass er sich kaum auf den Beinen halten kann und sogar umfällt. Besorgt stellt man ihn dem Tierarzt vor. Diagnose: Schlaganfall! Doch in Wirklichkeit kommt ein Schlaganfall, wie wir ihn bei Menschen kennen, beim Hund so gut wie nie vor. Natürlich wissen das die Tierärzte, dennoch haben sie sich angewöhnt, von einem Schlaganfall zu sprechen, weil sich viele Tierhalter unter diesem Begriff mehr vorstellen können als unter einem Vestibulärsyndrom! Denn das ist es, was unser Hund gerade erlebt hat, und dieses Syndrom lässt sich eigentlich auch ganz gut erklären! Die vollständige Bezeichung „idiopathisches geriatrisches Vestibulärsyndrom“ deutet darauf hin, dass die Ursachen der Erkrankung unbekannter Natur sind (idiopathisch = ohne bekannte Ursache) und dass hauptsächlich ältere Hunde betroffen sind. Das Vestibulärsyndrom ist also eine plötzliche, unerklärlich Störung des Vestibularapparats.


Der Vestibularapparat
Kurz zusammengefasst ist der Vestibularapparat das Gleichgewichtsorgan. Er besteht aus drei Bogen und befindet sich im Innenohr zwischen dem Trommelfell und der Hörschnecke. Der Vestibularapparat ist zuständig für
- die Orientierung im Raum,
- die Aufrechterhaltung von Kopf- und Körperhaltung sowohl in Ruhe als auch in der Bewegung,
- das Bewusstsein von Stehen, Liegen, Bewegung und Ruhe.

Deshalb kommt es bei einem Versagen des Vestibularapparats in erster Linie zu Gleichgewichtsstörungen.

Die Symptome
Menschen können solche Schwindelanfälle mit Begriffen wie „Karussel fahren“ oder „Seekrankheit“ beschreiben. Beim Hund merkt man zunächst, dass er sich plötzlich kaum noch auf den Beinen halten kann. Er stolpert, schwankt, dreht sich im Kreis (Manegebewegung), kann teilweise überhaupt nicht mehr gehen und fällt um.

Weitere Symptome, die teilweise im Vorfeld erscheinen können, sind eine andauernde Schiefhaltung des Kopfes (in Richtung der Störung) sowie ein rhythmisches Augenzucken (Nystagmus). Darüber hinaus ist dem Hund aufgrund der Gleichgewichtsstörung oftmals übel, er wird sein Futter ggfs. erbrechen oder gar nicht fressen wollen.

Da die Krankheit von einer Minute auf die nächste auftreten kann, sind die Besitzer verständlicherweise überrascht und natürlich auch höchst besorgt.

Die Diagnose
Sind all diese Symptome vorhanden, kann man – insbesondere bei einem älteren Hund - mit ziemlicher Sicherheit von einem Vestibulärsyndrom ausgehen. Es ist jedoch ratsam, andere Ursachen für Gleichgewichtsstörungen differentialdiagnostisch auszuschließen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Ohrentzündung, einen Fremdkörper, einen Tumor, die Nebenwirkungen eines Medikaments oder einen epileptischen Anfall handeln. Der große Unterschied ist jedoch, dass das Vestibulärsyndrom in der Regel von selbst wieder verschwindet.

Therapeutische Maßnahmen
Es gibt für das Vestibulärsyndrom keine spezielle schulmedizinische Therapie. Manche Tierärzte empfehlen eine Dauertropfinfusionstherapie, um den Kreislauf und die Gehirndurchblutung zu verbessern. Dies sollte gut überlegt werden, da die psychische Belastung für den Hund eventuell schwerwiegender als die akuten Beschwerden sein kann.

Die meisten Hunde haben weiterhin Appetit, können jedoch nicht fressen, weil sich der Futternapf vor ihren Augen „dreht“. Dieses Problem kann dadurch gelöst werde, dass der Hund aus der Hand gefüttert wird. Auch das Wasser sollte ihm vorsichtig zugeführt werden.

Wenn der Hund nicht von alleine laufen kann, müssen die Besitzer ihn regelmäßig nach draußen tragen, damit er sich dort lösen kann.

Was der Hund ganz sicherlich braucht, ist viel Sicherheit und Ruhe in seiner gewohnten Umgebung. Dort kann er sich stressfrei erholen. Sein Liegeplatz sollte besonders gepolstert werden, da er jetzt viel liegen wird. Sein Umfeld sollte sicher gestaltet sein, so dass er sich bei Schwindelanfällen nicht verletzten kann (Möbelkanten, glatter Boden, Treppen…). Für seine Genesung sind natürlich seine Bezugspersonen bzw. die anderen Hunde der Familie eine große Hilfe, sofern diese sein Ruhebedürfnis respektieren (Vorsicht bei kleinen Kindern und stürmischen Rudelmitgliedern).

In der Regel ist eine deutliche Besserung des Zustands innerhalb von einer oder zwei Wochen zu erwarten, die meisten Hunde sind nach 4 bis 8 Wochen beschwerdenfrei. Eventuell kann eine leichte Kopfschiefhaltung und viel seltener Taubheit bestehen bleiben.

Einzelne Beschwerden wie die Übelkeit oder das Erbrechen wird man lindern oder beseitigen können. Insbesondere die Homöopathie kann in solchen Akutfällen erstaunlich schnelle Hilfe leisten.

Gegen Übelkeit helfen zum Beispiel Tees aus Fenchel, Kümmel und Kamille, etwas Ingwerpulver in Joghurt, Heilerde oder Ulmenrinde.

Darüber hinaus ist es sicherlich sinnvoll, den Hund einem Tierheilpraktiker vorzustellen, der ihn klassisch homöopathisch behandeln wird. Er wird die Gesamtheit der individuellen Symptome berücksichtigen und den Hund bei seiner Genesung begleiten. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit stellt die Radionik/Bioresonanz dar.

 

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