Phosphor bei nierenkranken Hunden: Der stille Feind
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Ist denn Phosphor eigentlich schädlich?

 

Sobald über Nierendiäten gesprochen wird,  dreht sich alles um ein einziges Thema: das Protein. Die richtige Proteinmenge? Welche Eiweißquelle ist die beste? Sollst du sofort reduzieren oder lieber abwarten? Das sind die üblichen Fragen, die sich jeder sofort stellt, wenn die Fütterung des Hundes umgestellt werden soll.  

 

Da hat es der Phosphor nicht leicht, seinen verdienten Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass erhöhte Phosphatwerte keine sichtbaren Symptome verursachen. Die schwerwiegenden Folgen kommen schleichend, man merkt sie oftmals viel zu spät.

 

Die Kontrolle der Phosphormenge ist bei der Fütterung von nierenkranken Hunden also mindestens genauso wichtig wie der Blick auf das Protein.  Warum das so ist? Um dies zu verstehen, hilft es, sich für einen kurzen Moment anzuschauen, welche Aufgaben die Nieren Tag für Tag erfüllen. Dann wird plötzlich klar, was auf der Strecke bleibt, wenn sie einmal nicht mehr so gut funktionieren. 

 

Die Nieren: Leistungsstarke Kläranlage

 

Die Nieren sind zwar kleine, aber ungeheuer leistungsstarke Organe: Immerhin filtrieren sie bei einem mittelgroßen Hund täglich ca. 700 Liter Blut. Und das ist nicht die einzige Aufgabe, die die Nieren übernehmen.

  • Sie regulieren den Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt.
  • Sie schütten verschiedene Hormone aus, wie das Erythropoetin z.B., das wir vom Doping im Radsport als EPO kennen! Dieses Hormon spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen. Fehlt es, kommt es ganz schnell zur Blutarmut.

  • Die Nieren spielen eine bedeutende Rolle bei der Vitamine D-Synthese. Hier greifen ziemlich komplizierte Prozesse ineinander, in dem Vitamin D, Kalzium und Phosphor sich gegenseitig regulieren.

  • Und wie bereits erwähnt: Die Nieren filtrieren das Blut. Über die Nieren werden wasserlösliche Stoffwechselprodukte mit dem Harn ausgeschieden. Diese Produkte sind entweder überflüssig geworden oder wirken sich sogar schädlich auf den Organismus aus, weshalb sie unbedingt ausgeschieden werden sollen.

Verbleiben diese Substanzen im Organismus – wie es bei einer Nierenerkrankung der Fall ist – führt dies zu einer regelrechten Vergiftung. Da die meisten Substanzen, wie z.B. die Mineralien, sich gegenseitig beeinflussen, löst ein Überschuss – zum Beispiel von Phosphor – eine Kettenreaktion aus und beeinträchtigt dann weitere Organe. So bleibt es dann leider nicht bei der anfänglichen Nieren-insuffizienz, es folgen jetzt andere Erkrankungen.

 

Dieses Szenario spielt sich ab, wenn Phosphor aufgrund einer Nierenerkrankung nicht ausreichend ausgeschieden wird.

 


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Was ist denn an Phosphor so gefährlich?

 

An sich ist Phosphor nicht schädlich. Ganz im Gegenteil wird  Phosphor für sehr viele lebensnotwendige Vorgänge gebraucht. Und das bis in die kleinste Zelle, da Phosphor wichtige Aufgaben für ihre Vermerhung und ihre Energieversorgung ist. Der größte Anteil an Phosphor befindet sich in den Knochen. Und auch in den Zähnen. Und tatsächlich ist Phosphor ein Garant für gesunde Knochen. Phosphor spielt eine wichtige im Mineralstoffwechsel, da sich die Mineralien gegenseitig beeinflussen.

Das ist ein kurzer Umriss der vielen Funktionen von Phosphor im Organismus.

 

Und was hat Phosphor also mit den Nieren zu tun?

 

Bei gesunden Hunden werden 60-70% des Phosphors über die Nieren (und der Rest mit dem Kot) ausgeschieden. So wird klar, dass eine Niereninsuffizienz den Phosphor-Haushalt eines Hundes stark beeinträchtigt.

 

Ebenso wichtig ist zu verstehen, welche Prozesse dann ablaufen, wenn Phosphor aufgrund einer Nierenerkrankung im Organismus verbleibt und der Phosphorspiegel steigt.  

 

 

Auf dieser Grafik siehst du, wie eigentlich alles miteinander eng verbunden ist:  Die Nieren, der Darm, die Knochen und die Nebenschilddrüsen. Welche sind denn unsere Hauptprotagonisten? Das sind Phosphor (genauer genommen ist es Phosphat), Calcium (hier abgekürzt mit Ca),  Vitamin D und ein Hormon mit dem Namen Parathormon (hier PTH).

 

Was passiert da genau? Beginnen wir oben in der Grafik.

  1. Die Nieren sind erkrankt und deshalb wird nicht ausreichend Phosphat ausgeschieden.
  2. Der Phosphat-Spiegel im Blut steigt also an.
  3. Dadurch wird von den Nebenschilddrüsen mehr Parathormon ausgeschüttet.
  4. Das bewirkt, dass Calcium aus den Knochen freigesetzt wird.
  5. Die Folge davon ist, dass eine Entmineralisierung der Knochen.
  6. Zu viel Parathormon führt auch dazu, dass weniger Vitamin D produziert wird.
  7. Vitamin D ist aber nötig, damit Calcium aus der Nahrung im Darm aufgenommen werden kann.
  8. Zu wenig Vitamin D bedeutet also zu wenig Calcium im Organismus.
  9. Und das führt dazu, dass wieder mehr Parathormon ausgeschüttet wird…
  10. Wir haben einen Teufelskreis.
     

Phosphor, Calcium und Vitamin D sind  überhaupt nicht mehr im Gleichgewicht, mit schwerwiegenden Komplikationen. Deshalb ist es so wichtig, die Phosphorzufuhr von Beginn an gut zu kontrollieren.

 

Das geht am besten über eine angepasste Nierendiät.

 

Da Phosphor in den Knochen gespeichtert wird, sind Knochen natürlich wahre „Phosphorbomben“.   Bei gebarften Hunden, die Knochen zur Calcium-Versorgung bekommen, ist es ein erster Schritte, die Knochen aus dem Fütterungsplan zu streichen. Dabei sollte dem Hund zum Ausgleich Calcium aus anderen Quellen zugeführt werden. So muss insbesondere zu Beginn der Nierenerkrankung der Fleischanteil nicht unbedingt streng reduziert werden. Denn im Fleisch ist ebenfalls viel Phosphor enthalten. Als Faustregel gilt: Je fetter das Fleisch, desto weniger Phosphor enthält es.

Im Fleisch ist aber auch Protein enthalten, das ebenfalls wichtige Aufgaben im Organismus übernimmt. Durch die angestrebte Phosphorkontrolle bzw. durch die Reduzierung der Fleischmenge, wird der Proteinanteil automatisch gesenkt.  

 

Dabei ist es wichtig zu schauen, in welchem Verhältnis Phosphor und Protein in den verschiedenen Futtermittel stehen. So kannst du die Futtermittel so auswählen, dass sie zwar wenig Phosphor enthalten, aber immer noch ausreichend Protein liefern. Unter diesem Gesichtspunkt ist z.B. Herz diesbezüglich ungünstiger als Muskelfleisch*, Joghurt ungünstiger als Hüttenkäse und Haferflocken ungünstiger als Kartoffeln oder Reis.**

 

Eine individuell angepasste Nierendiät wird nicht nur der Phosphorkontrolle gerecht werden. Es geht viel mehr darum, die verschiedenen Aspekte im Blick zu behalten und zu entscheiden, wie das Futter für deinen Hund in seinem Gesundheitszustand zusammengesetzt werden sollen. Und es auch den (auch positiven!) Entwicklungen anzupassen.

 

* Dabei sind viele fertige Nierendiäten auf Herzbasis!!!!
** Automatische Rechner für den Protein- und Phosphorgehalt in Nierendiäten sind Bestandteil der Praxis-Toolbox im  Online-Kurs „Nierenkranke Hunde richtig füttern und behandeln“.



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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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