Wenn Hundesport auf den Magen schlägt...
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Dein Hund braucht Bewegung. Und auch Beschäftigung. Und da es für dich ein schönes Erlebnis ist, etwas mit ihm zu unternehmen, liegt gemeinsamer Hundesport nahe.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ihr verbringt viel Zeit miteinander, ihr seid wahrscheinlich sogar an der frischen Luft, der Faktor Spaß kommt nicht zu kurz… Anschließend entspannt ihr beide bei einer gemütlichen Kuschelrunde.

Dabei könnt ihr viel ausprobieren, denn die Vielfalt der möglichen Aktivitäten ist so gut wie grenzenlos: Agility, Flyball, Obedience, Dog Dancing, Fährtenarbeit, Man Trailing, Dogscooting, Canicross, Rettungshundesport usw. Da wirst du ganz sicherlich etwas finden, das für euch beide gut passt.

Bei allem Enthusiasmus ist es ganz wichtig, dass du dir darüber Gedanken machst, ob dein Hund nicht nur körperlich gesund ist, sondern ob er dem möglicherweise aufkommenden Stress gewachsen ist. Beim Hundesport – insbesondere dann, wenn du mit deinem Hund an Turnieren und Wettbewerben teilnehmen möchtest – solltest du unbedingt das richtige Maß halten.

 

Was ist Stress?

 

An sich ist Stress eine sehr sinnvolle Reaktion.  Bewertet dein Hund etwas als bedrohlich oder belastend, wird er vermehrt Stresshormone (Adrenalin und Cortisol) ausschütten. Seine Herzfrequenz und sein Blutdruck werden ansteigen, seine Muskeln sich anspannen und seine Atmung beschleunigen, so dass er bereit sein wird zu kämpfen oder zu flüchten. Normalerweise dauert ein solcher Zustand nur kurz an, so dass er anschließend die Möglichkeit haben wird, die Hormonausschüttung zu normalisieren und sich zu beruhigen.

Wenn dies nicht gegeben ist und der Stress zu lange andauert bzw. zu oft wiederholt wird, dann hat er negative Folgen auf die Gesundheit. 

Welcher Stress kann beim Hundesport entstehen?

  • Körperlicher Stress durch zu viel Bewegung, ggf. auch durch Schmerz
  • Sozialer Stress durch zu viele Menschen
  • Umweltstress durch zu viel Lärm und natürlich
  • Leistungsbedingter Stress durch Überforderung

Diese Stressoren können sich noch stärker auswirken, wenn dein Hund – z.B. durch eine unzureichende Sozialisation oder frühere schwierige Lebensbedingungen – besonders anfällig ist. 

 

Freie Radikale durch Stress?


Dazu kommt, dass eine starke körperliche Belastung zu oxidativen Stress führt. Freie Radikale entstehen erstmal ganz einfach, weil dein Hund atmet. Die bekanntesten freien Radikale sind die Sauerstoffradikale. Diese schädlichen Nebenprodukte der Zellatmung sind also nicht ganz zu vermeiden. Gesunde Hunde, die über ein gut funktionierendes Immunsystem verfügen, können sie durch die Produktion von eigenen Radikalfängern problemlos neutralisieren.

Stress und Anstrengung begünstigen die Entstehung von freien Radikalen. Ist die Belastung zu hoch, werden die natürlichen Mechanismen dem oxidativen Stress nicht mehr entgegenwirken können. Es kommt dann häufiger zu Erkrankungen und zur Beschleunigung der Alterungsprozesse.

 
Wenn Stress auf den Magen schlägt

 

Gerade wenn dein Hund eine bestimmte Leistung erbringen soll – auch wenn er dabei sichtlich Spaß hat – solltest du auf die verschiedenen Stress-Faktoren gut achten. Wenn dein Hund gestresst ist, wird er weniger leistungsfähig sein. Vor allem aber wird er durch den wiederholten Stress anfälliger für Krankheiten. Und die häufigsten Beschwerden, die durch Stress auftreten, sind Magen-Darm-Beschwerden, wie Erbrechen, Magengeschwüre und Durchfall.


Das Erbrechen kann auch dadurch verursacht werden, dass der Hund nach der Fütterung trainiert wird oder an Wettbewerben teilnimmt. Doch viel häufiger ist die Ursache eine entzündliche Erkrankung des Magens. Endoskopische Untersuchungen zeigen, dass über die Hälfte der Schlittenhunde sichtbare Magenläsionen nach Rennen über lange Distanzen zeigten.[1]

Natürliche sind solche Rennen mit einer extremen Belastung verbunden, weshalb man sie nicht mit gemäßigtem Hundesport vergleichen kann. Dennoch ist es sinnvoll, den Zusammenhang zwischen Stress und Erkrankung immer im Kopf zu behalten.

Was du tun kannst

  • Achte auf eine gesunde und artgerechte Fütterung, bei der antioxidative Futtermittel nicht zu kurz kommen,
  • Beobachte deinen Hund sehr genau und lerne, seine Stressanzeichen schnell zu erkennen,
  • Überprüfe regelmäßig, ob er gesund ist und/oder ob er Schmerzen hat,
  • Sorge auch am Trainingsort für ausreichend Entspannung. Du kannst z.B. einen Entspannungssignal aufbauen, damit er nach der Belastung schneller „herunterkommt“. Oder eine Entspannungsdecke etablieren, die du überall mitnehmen kannst.

 

Alles entscheidend ist eigentlich euer Alltag, euer gemeinsames Leben, in dem du deinem Hund das Wichtigste schenkst: Sicherheit, Geborgenheit und Liebe.

 

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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

 1.  4 Davis MS. Gastritis/gastric ulcers in canine athletes.. In Proceedings ISDVMA 11th Biennial Meeting. Banff; 2012: 54-56

Anne Sasson - Tierheilpraktikerin [-cartcount]