Tiere ganzheitlich behandeln.

 

 

Fellwechsel – vom Ausfall bis zum Neuwuchs

Es wird wieder Herbst, die Zeit der schönen Spaziergänge in leuchtenden Wäldern! Leider haben in diesen Monaten lästige, uns entgegen fliegenden Hundehaarbüschel ebenfalls Hochkonjonktur. Ja, es ist eindeutig Fellwechselsaison! Warum ist das so und was können wir tun?

Hautanhangsorgan Haar!
Das Haar besteht aus dem Haarschaft und der Haarwurzel. Die neue Haarsubstanz wird zusammen mit dem Farbstoff Melanin am unteren Ende der Haarwurzel in der Haarzwiebel eingelagert. Die Haarfärbung wird erblich festgelegt, die Haarsubstanz setzt sich aus Proteinen zusammen und enthält darüber hinaus große Mengen an Zink und Kupfer.

Wie jedes andere Organ wird das Haar vom Organismus versorgt. Die Talgdrüsen sondern den fettartigen und mineralstoffhaltigen Talg aus, der für die Gesundheit, den Glanz, die Bruchfestigkeit und die Lebensdauer des Haares zuständig ist. Bei der Körperplege verteilt der Hund den Talg über das gesamte Fell.

Das Fell dient natürlich dem Kälteschutz aber auch der Kommunikation: durch kleine Muskel können sich die einzelnen Haare aufrichten, so entsteht beispielsweise bei Aufregung die bekannte „Bürste“ auf dem Rücken!

Ein sinnvoller Vorgang!
In der freien Natur wird das Fell den Wetterverhältnissen angepasst: Im kalten Winter benötigt der Hund eine andere Fellstruktur als im warmen Sommer. Durch die Wohnungshaltung und die künstliche Beleuchtung kann der saisonale Haarwechsel ausbleiben, so dass manche Hunde das ganze Jahr über ihr Fell verlieren. Rassebedingt – beim Pudel oder beim Yorkshire Terrier zum Beispiel – wächst das Haar kontinuierlich und fällt nicht aus, weshalb diese Hunde geschoren bzw. getrimmt werden müssen.

Neben der Saisonalität spielen auch hormonelle Faktoren eine bedeutende Rolle. Hündinnen haaren oftmals während der Läufigtkeit oder nach dem Ende der Trächtigkeit. Auch wird man bei manchen kastrierten Hunden feststellen, dass sich der Fellwechsel über das ganze Jahr verteilt.

Der komplette Vorgang – vom Ausfall bis zum Neuwuchs – dauert in der Regel sechs bis sieben Wochen, im Frühling etwas länger als im Herbst, weil das Winterfell bei den meisten Rassen dichter ist. Bei älteren Hunden kann der Fellwechsel aufgrund des langsameren Stoffwechsels etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Bürsten! Bürsten! Bürsten!
Die erste Maßnahme heißt jetzt Bürsten, Bürsten, Bürsten und zwar möglichst jeden Tag! Das alte Fell muss raus, damit das neue schneller heranwachsen kann. Durch das Bürsten wird die Haut gut durchblutet und das Fell kann sich besser lösen. Und viele Hunde, wenn man sie schon als Welpe daran gewöhnt hat, freuen sich über die zusätzliche Aufmerksamkeit sehr!

Sie können den Fellwechsel zusätzlich unterstützen, in dem Sie Ihrem Hund ungesättigte Fettsäuren geben. Diese finden sich insbesondere in kaltgepressten Ölen. Darunter sind beispielsweise Lein-, Borretschsamen- oder Lachsöl besonders hilfreich. Auch die Zugabe von Biotin wird sich oftmals positiv auswirken.

Problemf(ä)lle!
Der Fellwechsel an sich ist ein natürlicher Vorgang und keine Krankheit. Verzögert sich das Haarwachstum, werden kahle Stellen entdeckt oder treten andere Fellveränderungen auf, so sollten Sie diese aufmerksam beobachten bzw. untersuchen lassen.

Zunächst einmal ist das Fell der Spiegel der Ernährung. Wird der Hund nicht ausgewogen ernährt, fehlen ihm Mineralstoffe, Vitaminen und Spurenelemente. Das macht sich beim Haarkleid sehr schnell bemerkbar, es wird spröde, glangzlos und schuppig. Hier ist insbesondere auf eine ausreichende Versorgung mit Zink, mit A- und B-Vitaminen sowie mit den bereits erwähnten Ölen zu achten.

Fellprobleme können aber auch auf eine ganze Reihe von Krankheiten hinweisen. Dabei kann es sich um Erkrankungen der inneren Organe (Leber, Magen-Darmtrakt, Niere) oder hormonellen Ursprungs (Schilddrüse) handeln. Allergien können ebenfalls das Haarwachstum negativ beeinflussen.
Darüber hinaus verursachen oftmals Pilzerkrankungen oder Parasiten gravierende Fellprobleme.

Das Fell ist nicht nur ein Schönheitsmerkmal! Achten Sie also ganz besonders auf seine Beschaffenheit – nicht nur im Fellwechsel!

Sie möchten wissen, wie Sie mit einer artgerechten und ausgewogenen Fütterung und/oder mit der klassischen Homöopathie die Fellprobleme ihres Hundes behandeln können? Ich würde mich freuen, Ihre diesbezüglichen Fragen persönlich, per Telefon oder Email zu beantworten!

Anne Sasson, Tierheilpraktikerin für Hunde, Katzen und Kleintiere - Klassische Tierhomöopathie in Berlin