Tiere ganzheitlich behandeln.

 

 

Im Dschungel der Hundefutteretiketten!

Liebe geht bekanntlich durch den Magen und für unsere geliebten Vierbeiner wollen wir alle sicherlich nur das Allerbeste. Aber ganz ehrlich: welcher normale Hundehalter blickt im undurchsichtigen Dschungel der Hundefutteretiketten wirklich durch?

Was ist Pflicht?
Die Bezeichnung des Futtermittels, das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Herstellungsdatum, das Nettogewicht sowie Name und Anschrift des Verantwortlichen, der das Futter in den Verkehr gebracht hat, müssen auf dem Etikett stehen. Bis hierhin ist alles noch kinderleicht, da muss man nur lesen können!
Bei Futtermitteln, die mehr als 14% Feuchtigkeit enthalten (z.B. Dosenfutter), muss der Feuchtigkeitsgehalt angegeben werden. Auch das sollte keine Verständnisschwierigkeiten bereiten.

Nun geht’s an die Substanz!
Erstens müssen die Inhaltsstoffe prozentual angegeben werden: Dies sind insbesondere Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche.

Dass unsere Hunde Protein (Eiweiß) brauchen, ist klar. Doch was ist eigentlich Rohprotein? Das ist der Stickstoffanteil des Futtermittels. Ich zitiere: „Der Stickstoffanteil in einem Futtermittel wird mittels Kjeldahlverfahren bestimmt und mit dem Faktor 6,25 multipliziert, um den Rohproteingehalt zu berechnen (im Protein sind 16% Stickstoff enthalten). Da alle stickstoffhaltigen Verbindungen erfasst werden, schließt das Rohprotein nicht nur Eiweiß (Reinprotein) ein, sondern auch Substanzen nicht eiweißartiger Natur, z.B. freie Aminosäuren, Peptide, Alkaloide oder Amide.“ Hier zeichnen sich sicherlich erste Fragezeichen auf der Stirn des interessierten Lesers ab!

Die Definitionen von Rohfett („Alle Inhaltsstoffe, die in Petroläther löslich sind…“), Rohfaser und Rohasche erscheinen mir genau so nebulös und qualifizierte Wissenschaftler konnten am folgenden Beispiel deutlich machen, dass diese Angaben zur Beurteilung des Futtermittels nicht brauchbar sind.

Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade eine Dose gekauft, auf der folgendes steht: Rohprotein 10% - Rohfett 6,5% - Rohfaser 2,4% - Feuchtigkeit 68%

So nehmen Sie zu Recht an, dieses leckere Futter könnte nachstehende Rohstoffe enthalten: Rindfleisch, Leber, Herz, Eier, Hühnerfett, Sonnenblumenöl, Reis und Hafer! Doch hinter diesen Angaben könnten sich genau so gut folgende „Zutaten“ verbergen: Alte Lederschuhe, Motoröl und gemahlene Kohle!!!

Eins kann man also festhalten: auch wenn man sie versteht, sind diese Angaben allein keineswegs zur Beurteilung der Futterqualität geeignet!

Neben den Inhaltsstoffen soll die Futtermitteldeklaration Angaben über die tatsächlich enthaltenen Futtermittel Auskunft geben. Diese werden in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgelistet, ohne dass die jeweiligen Anteile angegeben werden müssen.

Die Einzeldeklaration lässt einen gewissen Rückschluss auf die verarbeiteten Rohstoffe zu. Doch oftmals wählt der Hersteller die zugelassene Angabe der sog. „Futtermittelgruppen“, die ebenfalls in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgelistet werden. Dabei werden Einzelfuttermittel gleicher Art zu begrifflich definierten Gruppen zusammengefasst und gemeinsam deklariert. (z.B. Weizen + Mais + Reis = „Getreide“). Diese Form der Deklaration lässt keinen Rückschluss auf die verarbeiteten Rohstoffe zu. Diese Gruppen werden vom Gesetzgeber genau beschrieben. Zum Beispiel sind Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse: alle Fleischteile geschlachteter, warmblütiger Landtiere, frisch oder haltbar gemacht, sowie alle Erzeugnisse und Nebenerzeugnisse aus der Verarbeitung von Tierkörpern warmblütiger Landtiere: Haut, Schwarte, Hufe, Federn, Hörner, Hühnerköpfe und -füße, Wolle, Lunge, Geschlechtsorgane, Därme…

Nicht alles davon muss schlecht sein (z.B. Leber oder Pansen), allerdings würden wir bei freier Wahl der einzelnen Futtermittel sicherlich einiges davon ausschließen! Problematisch ist vor allem, dass man als Kunde kaum eine Möglichkeit hat, genau zu wissen, was man kauft und seinem Hund füttert. Federn zum Beispiel enthalten sehr viel Protein, haben allerdings nicht den geringsten Nährwert!

Werden bestimmte Futtermittel hervorgehoben (z.B. Huhn & Reis), müssen diese Anteile wie folgt angegeben werden: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mind. 8% Huhn), Getreide (mind. 4% Reis). Diese 8% Huhn beziehen sich nur auf die Futtermittelgruppe „Fleisch und Nebenerzeugnisse“, darunter sind aller Wahrscheinlichkeit nach auch Nebenerzeugnisse enthalten (Lammgedärme, Lammbindegewebe…etc). Denn Huhn ist nicht gleich Huhn: Steht auf dem Etikett „Huhn“, dann sind auch Nebenerzeugnisse, also Schlachtabfälle gemeint, im „Hühnermehl“ sind diese gemahlen. „Hühnerfleisch“ hingegen bezeichnet tatsächlich Fleisch, bei Trockenfutter vor dem Trocknen gewogen, so dass in der Mengenangabe noch das Wasser enthalten ist. Fleischmehl ist dann tatsächlich Fleisch, das nach dem Trocknen gewogen wurde.

Und was ist mit den Zusatzstoffen?
Zusatzstoffe müssen ebenfalls erklärt werden. Das sind insbesondere:
- Vitamine und Spurenelementen
- Antioxidanten
- Aroma- und appetitanregende Mittel
- Konservierungsstoffe (vor allem in Feuchtfutter)
- Färbende Stoffe
- Säureregulatoren
- Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel

Allerdings muss der Hersteller nur die Zusatzstoffe angeben, die er selber dem Futtermittel hinzufügt. Sind diese in angelieferten Rohstoffen enthalten, bleiben sie dem Käufer verborgen. Dies kann besonders für diejenigen Hunde, die auf bestimmte Zusatzstoffe mit Allergien reagieren, schmerzhafte Folgen haben.

Wenn Sie nicht ganz sicher sind, was Sie Ihrem Hund füttern, bitten Sie den Hersteller Ihrer Lieblingsmarke, Ihnen detaillierte Angaben über die Zusammensetzung des Futters schriftlich zu machen. Ist er seriös, wird er dies gerne tun!


© Anne Sasson Klassische Tierhomöopathie Ernährungsberatung für Hund und Katze -Impfberatung für Hund und Katze Blutegeltherapie