Hundefütterung: Warum tierisches Eiweiß für deinen Hund unverzichtbar ist

Auf der Suche nach einem guten Futter für deinen Hund schaust du bestimmt auf das Etikett, liest aufmerksam die Deklaration durch und freust dich über den hohen Proteingehalt. Schließlich ist Eiweiß einer der wichtigsten Nährstoffe: Es sorgt für eine gute Muskulatur, spielt eine bedeutende Rolle bei der Bildung von Enzymen und Hormonen, garantiert einen gesunden Stoffwechsel und eine kompetente Immunabwehr.
Aber ist Protein gleich Protein? Natürlich nicht! Es macht sogar einen großen Unterschied, woher das Eiweiß stammt.
In diesem Artikel erfährst du, welches Protein für deinen Hund optimal ist und wie du ihn gut damit versorgst.
- Protein: Die Bausteine, die dein Hund braucht
- Wie viel Protein braucht ein Hund wirklich?
- Essentiell oder nicht: was ist der Unterschied?
- Erbsen im Hundefutter: Einfach nur gesund?
- Sind pflanzliches und tierisches Protein gleichwertig?
- Wann sollte man Aminosäuren-Präparate geben
- Vegetarisch oder vegan: Auch für deinen Hund OK?
- 2) Ist „hoher Proteingehalt“ automatisch gut?
- 3) Mein Hund verträgt Erbsen & Co. gut: Ist pflanzliches Protein dann nicht genauso okay?
- 4) Was bedeutet „biologische Wertigkeit“ und „NPU“ und warum sollte mich das interessieren?
- 5) Ist eine vegetarische Fütterung von Hunden möglich oder grundsätzlich eine schlechte Idee?
Protein: Die Bausteine, die dein Hund braucht
Die Proteine, die dein Hund frisst, sind für seinen Organismus nicht direkt brauchbar. Zuerst wird das Eiweiß im Magen vorverdaut. Anschließend übernimmt der Dünndarm: Hier werden die langen Protein-Ketten in kleinere Stücke – die Peptide – und schließlich in einzelne Aminosäuren zerlegt.
Diese Aminosäuren werden dann in die Leber transportiert, wo sie in körpereigenes Protein wieder zusammengebaut werden: Das ist das Protein, das dein Hund für die vielen vitalen Funktionen wie Muskelaufbau und Immunsystem braucht.
Du kannst dir die Proteine also wie einen riesigen Baukasten vorstellen, in dem jeder Baustein eine Aminosäure ist. Um aus dem Baukasten das Haus zu bauen, das auf der Baukasten-Verpackung abgebildet ist, brauchst du die passenden Bausteine in der richtigen Menge.
So ist es auch bei deinem Hund: Er braucht ausreichend Aminosäuren in der passenden Zusammensetzung.
Wie viel Protein braucht ein Hund wirklich?
Der Proteinbedarf orientiert sich am biologischen Erhaltungsbedarf deines Hundes. In der Fachliteratur finden wir unterschiedliche Berechnungen. Das zeigt ganz deutlich, dass es sich nicht um starre Fütterungsgrenzen handelt, sondern um Empfehlung, die wir anpassen dürfen.
.
Für einen ausgewachsenen, gesunden Hund im Erhaltungsstoffwechsel liegt ein moderater Proteinbedarf bei ca. 2,5 g Protein pro kg Körpergewicht.
Kleine Hunde haben einen höheren Stoffwechsel und Energiebedarf als große. Deshalb benötigen sie verhältnismäßig mehr Protein als ihre größeren Artgenossen. Je größer der Hund, desto etwas weniger g Protein pro kg. In absoluten Gramm pro Tag braucht der große Hund natürlich trotzdem mehr.
Der Proteinbedarf orientiert sich am biologischen Erhaltungsbedarf deines Hundes. In der Fachliteratur finden wir unterschiedliche Berechnungen. Das zeigt ganz deutlich, dass es sich nicht um starre Fütterungsgrenzen handelt, sondern um Empfehlung, die wir anpassen dürfen.
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Für einen ausgewachsenen, gesunden Hund im Erhaltungsstoffwechsel liegt ein moderater Proteinbedarf bei ca. 2,5 g Protein pro kg Körpergewicht.
Kleine Hunde haben einen höheren Stoffwechsel und Energiebedarf als große. Deshalb benötigen sie verhältnismäßig mehr Protein als ihre größeren Artgenossen. Je größer der Hund, desto etwas weniger g Protein pro kg. In absoluten Gramm pro Tag braucht der große Hund natürlich trotzdem mehr.
Ein Rechenbeispiel:
Nehmen wir einen Hund mit 20 kg Körpergewicht:
Proteinbedarf: 20 kg × 2,5 g = 50 g Protein/Tag
Muskelfleisch mit 20 % Protein: 50 g ÷ 0,20 = 250 g Muskelfleisch/Tag
Achtung: Frisch gefütterte Hund bekommen nicht nur Muskelfleisch, sondern auch Innereien, rohe Fleischige Knochen und ggf. Fett im tierischen Anteil ihrer täglichen Ration.
* Quellen: Meyer/Zentek "Die Ernährung des Hundes" / Research Council
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Essentiell oder nicht: was ist der Unterschied?
Es gibt insgesamt 20 Aminosäuren, aus denen Proteine aufgebaut sind.
- 10 essentielle Aminosäuren: Diese kann dein Hund nicht selbst herstellen: Er muss sie zwingend mit dem Futter aufnehmen. Fehlt auch nur eine davon in seiner Ernährung, kann der Organismus die benötigten körpereigenen Proteine nicht vollständig aufbauen.
- 10 nicht-essentielle Aminosäuren: Diese kann sein Körper bei Bedarf selbst aus anderen Nährstoffen herstellen.
Je näher das Aminosäureprofil des Futters dem Bedarf des Hundekörpers kommt, desto besser kann er es für den Aufbau eigener Proteine nutzen.
Problematisch wird es vor allem, wenn das Futter nicht genug von den essentiellen Aminosäuren liefert oder das Verhältnis unausgewogen ist. Dann kann dein Hund trotz angemessenem Proteingehalt im Futter in einen Mangel rutschen, mit den entsprechenden Folgen für seine Muskulatur, die Qualität seines Fells und auch für sein Immunsystem.
Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, oder besser gesagt: das tierische vom pflanzlichen Protein!
Erbsen im Hundefutter: Einfach nur gesund?
Ist dir schon aufgefallen, dass einige Futtersorten Erbsen oder Lupinen enthalten? Das klingt erstmal gesund. Aber sind es richtige Komponenten für ein Hundefutter?
Eigentlich nicht. Der Grund, weshalb sie darin vorkommen, ist ganz einfach: Sind sind preiswert und liefern viel Protein. So kann der Gesamtproteingehalt auf dem Etikett in die Höhe getrieben werden.
Allerdings ist die Qualität dieses Eiweißes nicht mit tierischem Protein vergleichbar.
Sind pflanzliches und tierisches Protein gleichwertig?
Kurz und klar: Nein. Und hier ist die Begründung.
- Unpassendes Aminosäureprofil: Pflanzliche Proteine enthalten nicht alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Wegen dieser „Lücken“ müsste dein Hund viel größere Mengen davon fressen, um seinen Bedarf abzudecken. Und selbst dann wäre es nicht ideal aufeinander abgestimmt.
Tierisches Eiweiß ist hier deutlich überlegen, da es dem Aminosäureprofil deines Hundes entspricht. - Verdaulichkeit: Hunde sind von Natur aus Fleischfresser, auch wenn sie sich im Laufe der Evolution ein wenig angepasst haben. Ihr Verdauungssystem ist nach wie vor darauf ausgelegt, tierische Proteine effizient aufzuspalten und die wertvollen Nährstoffe herauszuziehen.
Pflanzliche Eiweiße sind von Zellwänden umgeben, die für deinen Hund schwerer aufzuschlüsseln sind. Das Ergebnis? Dein Hund kann die Proteine aus Pflanzen nicht immer so gut verwerten, was zu Verdauungsproblemen oder einer geringeren Nährstoffaufnahme führen kann. - Biologische Wertigkeit: Sie beschreibt, wie effizient das Protein, das dein Hund aufnimmt, in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann. Je höher die biologische Wertigkeit des Eiweißes, desto besser kann dein Hund es nutzen.
Hier punkten wieder die tierischen Proteine. Das Hühnerei gilt mit einer biologischen Wertigkeit von 100 als Referenzwert. Fleisch liegt ebenfalls ganz oben auf der Skala, während pflanzliches Protein stark hinterherhinken. - NPU (Net Protein Utilization): Dieser Wert wird auch als „Netto-Nutzwert“ bezeichnet. Er gibt an, welcher Anteil des aufgenommenen Proteins tatsächlich vom Körper deines Hundes für den Aufbau von körpereigenem Protein genutzt wird und nicht einfach wieder ausgeschieden wird.
Während die biologische Wertigkeit hauptsächlich das Aminosäuremuster betrachtet, berücksichtigt die NPU auch die Verdaulichkeit. Das bedeutet, selbst wenn ein pflanzliches Protein theoretisch ein passendes Aminosäureprofil hätte, wäre sein Netto-Nutzen aufgrund der schlechteren Verdaulichkeit geringer.
Tierische Proteine bieten wegen ihrer guten Verdaulichkeit und biologische Wertigkeit den deutlich besseren Netto-Nutzen!
Wann sollte man Aminosäuren-Präparate geben
In der Regel deckt ein hochwertiges Futter mit einem hohen Anteil an essenziellen Aminosäuren den Bedarf gut ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine gezielte Ergänzung sinnvoll ist, um den Stoffwechsel zu entlasten, ohne die Gesamtproteinmenge massiv zu erhöhen:
- Erhalt der Muskelmasse im Alter: Da Senioren Proteine schlechter verwerten, helfen gezielte Aminosäuren-Gaben (wie Leucin, Isoleucin und Valin), den Muskelabbau zu bremsen, ohne das Verdauungssystem zu belasten.
- Rekonvaleszenz: Nach Krankheiten oder Operationen ist der Bedarf an "Baustoffen" für die Gewebereparatur kurzfristig erhöht.
- Sport- und Arbeitshunde: Zur schnelleren Regeneration der Muskelfasern nach hoher Belastung.
- Haut & Fell: Aminosäuren wie Methionin und Cystein unterstützen die Bildung von Keratin während des Fellwechsels.
Hierzu kannst du gern folgendes Präparat nehmen: Amino Support*. Wenn du dir nicht sicher bist, frage lieber deine Tierheilpraktikerin/Ernährungsberaterin nach Rat.
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Vegetarisch oder vegan: Auch für deinen Hund OK?
Die vegetarische bzw. vegane Lebensphilosophie schwappt immer mehr auf unsere Hunde über.
Nach allem, was du jetzt über Proteine, ihre Verdaulichkeit, biologische Wertigkeit und Netto-Nutzen weißt, dürfte klar sein, dass diese Ernährungsformen für Hunde zumindest problematisch sind.
Ohne tierische Proteinquellen fehlt es sehr schnell an essentiellen Nährstoffen:
- Taurin, L-Carnitin oder Vitamin B12 kommen fast ausschließlich in tierischen Produkten vor. Dabei ist Taurin entscheidend für die Herzgesundheit, L-Carnitin für den Energiestoffwechsel und B12 für die Blutbildung, das Nervensystem und den gesamten Stoffwechsel. Und das ist nur die Kurzfassung!
Produktempfehlungen:
Taurin | L-Carnitin
(Affiliate Links) - Eisen aus tierischen Quellen ist für deinen Hund deutlich besser verwertbar als pflanzliches Eisen, dessen Aufnahme durch andere Pflanzenstoffe (z.B. Phytinsäure in Getreide und Hülsenfrüchten) gehemmt wird.
- Zink: Auch hier ist die Bioverfügbarkeit aus tierischen Produkten (z.B. Fleisch, Innereien) für Hunde deutlich höher als aus pflanzlichen Quellen.
- Calcium-Phosphor-Verhältnis: Knochen und Zähne benötigen ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor. In rein pflanzlichen Rationen ist es eine große Herausforderung, dieses essenzielle Verhältnis richtig einzustellen, da pflanzliche Quellen oft ein ungünstiges Verhältnis aufweisen.
Eine fehlende Zufuhr dieser Nährstoffe führt über kurz oder lang zu Mangelerscheinungen und ernsthaften gesundheitlichen Problemen.
In einer vegetarischen Fütterung könnte man auf Eier (excellente Proteinquelle!) und Milchprodukte zurückgreifen. Für eine perfekte Abstimmung der Nährstoffe ist hier (und natürlich auch in der veganen Fütterung) eine spezialisierte Ernährungsberatung unerlässlich. Dabei müssen die pflanzlichen Proteinquellen so kombiniert werden, dass das Aminosäureprofil stimmt. Zusätzliche müssen alle kritischen Nährstoffe, die in tierischen Produkten vorkommen, gezielt supplementiert werden.
Für die allermeisten Hunde ist eine Ernährung, bei der ein hoher Anteil des Proteins aus tierischen Quellen stammt, die natürlichste, gesündeste und sicherste Wahl. Das bedeutet natürlich nicht, dass dein nur Fleisch zu fressen bekommt! Es geht darum, eine ausgewogene Mischung aller wichtigen Nährstoffe anzubieten, die dein Hund für ein langes, gesundes und glückliches Leben braucht – und zwar auf die Art und Weise, wie sein Körper am besten damit umgehen kann.
Hast du Fragen zu deinem aktuellen Futter oder möchtest du wissen, ob es genug tierisches Protein enthält?
Ich unterstütze dich auch gern bei der Darmsanierung deines Hundes mit einer individuellen Betreuung.
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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin.
Mein Herzenswunsch? Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben.
Du hast Fragen?
1) Woran erkenne ich, ob ein Futter seinen Proteingehalt „künstlich hochzieht“?
Wenn in der Deklaration Erbsen, Lupinen, Kartoffelprotein oder andere Hülsenfrüchte sehr weit oben stehen (oder gleich mehrfach in verschiedenen Formen auftauchen), ist das oft ein Hinweis: Diese Zutaten liefern viel pflanzliches Eiweiß und sind günstig. Damit kann man den Proteingehalt auf dem Etikett ordentlich nach oben schieben. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob dein Hund dieses Protein auch wirklich gut verwerten kann.
2) Ist „hoher Proteingehalt“ automatisch gut?
Entscheidend ist nicht nur wie viel, sondern wie gut verdaulich das Protein ist. Außerdem muss das Aminosäureprofil passen: Fehlt eine essentielle Aminosäure oder stimmt das Verhältnis nicht, kann dein Hund trotz ausreichend Protein im Napf in einen Mangel rutschen.
3) Mein Hund verträgt Erbsen & Co. gut: Ist pflanzliches Protein dann nicht genauso okay?
Wenn dein Hund es gut verträgt, ist das erstmal schön. Trotzdem bleibt der Punkt: Pflanzliche Proteine sind häufig weniger passend im Aminosäureprofil und teils schlechter verwertbar, weil Pflanzenstrukturen (Zellwände) den Zugriff erschweren können. Heißt: „Vertragen“ ist nicht gleich „optimal genutzt“. Für die Proteinversorgung bleibt tierisches Eiweiß meist die verlässlichere Basis.
4) Was bedeutet „biologische Wertigkeit“ und „NPU“ und warum sollte mich das interessieren?
Beides sind einfache Qualitäts-Ideen:
Biologische Wertigkeit: Wie gut kann der Körper das aufgenommene Protein in körpereigenes Protein „umbauen“?
NPU (Net Protein Utilization): Wie viel vom aufgenommenen Protein wird tatsächlich genutzt (und nicht wieder ausgeschieden) – hier spielt zusätzlich die Verdaulichkeit mit rein.
Für dich heißt das ganz praktisch: Ein Protein kann auf dem Papier „viel“ sein – aber wenn es schlecht passt oder schlecht ankommt, bringt’s deinem Hund weniger.
5) Ist eine vegetarische Fütterung von Hunden möglich oder grundsätzlich eine schlechte Idee?
Ohne tierische Proteinquellen wird es schnell kritisch bei Nährstoffen wie Taurin, L-Carnitin, Vitamin B12, außerdem bei Mineralstoffen/Verhältnissen wie Calcium–Phosphor sowie bei der Bioverfügbarkeit z.B. von Eisen und Zink. Vegetarisch kann (je nach Hund) mit Eiern und Milchprodukten eher funktionieren, aber nur wenn die Ration korrekt berechnet und die kritischen Nährstoffe gezielt ergänzt werden.
