Giardien beim Welpen: Mehr als nur ein „bisschen Durchfall“

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Giardien beim Welpen: Mehr als nur ein „bisschen Durchfall“
Giardien beim Welpen: Mehr als nur ein „bisschen Durchfall“
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Du freust dich über deinen lebendigen Junghund, beobachtest, wie er wächst und seine Welt jeden Tag neu entdeckt. Und plötzlich ist Sand im Getriebe: Er nimmt nicht mehr wirklich zu, sein Fell wird struppig und sein Kot gibt Rätsel auf: mal breiig, mal ganz normal, mal schleimig. Ein einziges Auf und Ab.

Du denkst: „Das ist nur die Futterumstellung“ oder „Der hat bestimmt draußen wieder irgendwas gefressen.“

Bis du irgendwann seinen Kotuntersuchung durchführen lässt. Diagnose: Giardien.

In diesem Artikel möchte ich nicht unnötig dramatisieren, denn Giardien müssen keine schwerwiegenden Folgen haben. Gerade Junghunde, die ansonsten keinerlei gesundheitliche Probleme haben, werden den Befall unbeschadet überstehen.

Bei sensiblen Hunden sind die Giardien nicht immer ganz harmlos.

Wenn du mehr über die naturheilkundliche Behandlung erfahren möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel:  Giardien-Alarm bei deinem Hund: Das hilft immer!

Aber lass uns jetzt über die möglichen Folgen eines Giardienbefalls bei einem Welpen oder Junghund sprechen.

Giardien beim Welpen: Warum das Immunsystem überfordert ist

Warum trifft es gerade die jungen Hund besonders schwer? Das liegt an der sogenannten „immunologischen Lücke“. In den ersten Lebenswochen wird der Welpe durch die maternalen Antikörper der Mutter geschützt. Doch dieser Schutz lässt nach, während das eigene Immunsystem noch mitten im „Training“ ist.

 

Dazu kommt, dass es in diesem Alter oftmals einige Stresssituationen auftreten, manchmal sogar zeitgleich:

  • Der Einzug ins neue Zuhause.
  • Der Zahnwechsel, der den Körper viel Energie kostet.
  • Die Pubertät mit ihrer hormonellen Umstellung.
  • Der Besuch der Hundeschule und der Kontakt zu vielen Artgenossen.

In dieser Entwicklungsphase verbraucht der junge Hund viel Energie für das Wachstum oder den Zahnwechsel, sodass ihm wenig Reserven bleiben. Kommt Stress hinzu, wird ein hormonelle Kaskade ausgelöst, die die Immunantwort schwächt. Der Organismus hat kaum noch Ressourcen, um Bakterien, Parasiten oder Viren standzuhalten.

 

Besonders schwierig wird es, wenn sich die Welpen und Junghunde z.B. bei Spielen immer wieder gegenseitig anstecken.

Wie Giardien das Wachstum sabotieren

Giardien sind aktive Diebe. Sie heften sich wie kleine Saugnäpfe an die Darmzotten und bilden eine Art Barriere. Das hindert die Aufnahme wertvoller Nährstoffe. Das erklärt z.B., warum die jungen Hunde plötzliche nicht mehr zunehmen oder sogar an Gewicht verlieren. 

 

Gerade für einen Hund im Wachstum kann es problematisch werden.

  • Wenn Calcium & Phosphor nicht ausreichend aufgenommen werden, gerät die Mineralisierung der Wachstumsfugen ins Stocken. Mögliche Folgen: deformierte Beine, Durchtrittigkeite oder lebenslange Gelenkprobleme.
  • Proteine sind die Basis für fast jeden Prozess im Körper. Wenn sie fehlen, leidet nicht nur der Aufbau einer stabilen Muskulatur. Auch die Produktion von Hormonen, Enzymen und die gesamte Immunabwehr geraten ins Stocken, da der Körper schlichtweg nicht genügend „Baumaterial“ für diese lebenswichtigen Funktionen zur Verfügung hat.
  • Das Energie-Defizit: Der Körper muss enorme Energie für die Abwehr der Parasiten aufwenden. Diese Energie fehlt für alle Prozesse im Körper, inklusive Wachstum.

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„Giardien-Diät“: Die Kohlenhydrat-Falle

Viele herkömmliche Welpenfutter sind sehr getreidelastig. Doch diese großen Mengen an Kohlenhydraten sind wortwörtlich ein gefundenes Fressen für die Giardien, da sie sich fast ausschließlich von Glukose ernähren.

 

Dadurch können sie sich rasant vermehren und die Darmflora sowie die Darmschleimhaut immer weiter schädigen. Diese wird durchlässig (Leaky Gut), was Entzündungen begünstigt. Dadurch kann die Nahrung nicht mehr optimal aufgenommen werden. Es bleiben unverdaute Nahrungsreste im Darm, die wiederum die perfekte Lebensgrundlage für die nächste Generation Giardien bilden.

 

Darüber hinaus bietet das veränderte Milieu anderen Bakterien, wie z.B. den Clostridien, günstige Bedingungen, um sich stark zu vermehren.

Das Ergebnis: Der Hund wird trotz guter Fütterung immer schwächer, während die Parasitenpopulation immer stärker anwächst.


Hier folgt oft der nächste Teufelskreis: Giardien – Chemie – Giardien. Starke Medikamente bekämpfen zwar die Parasiten, schwächen aber gleichzeitig die ohnehin schon angegriffene Darmflora noch weiter. Das Immunsystem wird immer schwächer, kann sich gegen die nächste Infektion kaum wehren und das Spiel beginnt von vorn.

Ganzheitlich behandeln: Den Darm wieder aufbauen

Die Behandlung sollte immer auf zwei Ebenen durchgeführt werden: Einerseits sollen die Giardien verschwinden, andererseits sollte der geschwächte Darm wieder gestärkt werden.

Welche natürlichen Mittel effektiv eingesetzt werden können und warum die Ernährungsumstellung der Schlüssel zum Erfolg ist, habe ich dir in diesem ausführlichen Artikel über Giardien beim Hund zusammengefasst.

Giardien beim Junghund frühzeitig behandeln

Giardien sind nicht einfach nur wegen des Durchfalls ärgerlich. Sie sind eine Herausforderung für die gesamte körperliche Entwicklung der Welpen und Junghunde.

 

Je früher wir mit entsprechenden Mitteln den Darm unterstützen und den Parasiten die Lebensgrundlage entziehen, desto schneller wird dein Hund die lästigen Giardien loswerden und einen intakten Darm als Grundlage für ein langes gesundes Leben behalten.

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Du hast Fragen?

1) Was sind die typischen Giardien Symptome beim Hund?
Der Durchfall ist ein sehr verbreitetes Symptom, aber nicht immer vorhanden.  Achte besonders auf schleimige Überzüge am Kot, einen extrem unangenehmen, süßlich-fauligen Geruch oder häufige Blähungen. Bei solchen Zeichen oder wenn dein Hund trotz Appetit nicht zunimmt bzw. im Wachstum stagniert, solltest du eine Sammelkotprobe (über 3 Tage) untersuchen lassen.


2) Warum ist Getreide bei Giardien so problematisch?
Giardien ernähren sich fast ausschließlich von Glukose (Zucker). Da Getreide und viele Kohlenhydrate im Darm in Zucker aufgespalten werden, fütterst du die Parasiten damit direkt mit. Eine kohlenhydratarme Ernährung entzieht ihnen die Lebensgrundlage und bremst ihre Vermehrung.


 3) Warum kommen die Giardien trotz Behandlung oft immer wieder?
Oft liegt das am „Ping-Pong-Effekt“. Entweder re-infiziert sich der Hund durch Zysten in der Umgebung oder am eigenen Fell selbst, oder das Immunsystem ist durch die chemische Behandlung so geschwächt, dass die nächste Ansteckung im Park sofort wieder zum Ausbruch führt. Hier ist der gezielte Darmaufbau entscheidend.


 4) Welche Hygienemaßnahmen sind entscheidend?
Hygiene ist für den Therapieerfolg der Schlüssel: 

  • Sofortige Kotentsorgung: Reinige die Stellen gründlich, um Re-Infektionen und die Ansteckung anderer Hunde zu verhindern.
  • Kochendes Wasser: Spüle Näpfe nach jeder Mahlzeit kochend ab. Decken und Spielzeug sollten möglichst täglich heiß gewaschen werden.
  • After-Hygiene: Halte die Region um den After penibel sauber (ggf. langes Fell kürzen), damit sich der Hund beim Belecken nicht selbst re-infiziert.
  • Eigene Gefäße: Lass deinen Hund unterwegs nicht aus Gemeinschaftsnäpfen trinken.

5) Sind Möhren in der „Giardien-Diät“ erlaubt?
Ja, absolut. Durch das lange Kochen der Moroschen Karottensuppe entstehen spezielle Zuckermoleküle (Oligosaccharide), die den Rezeptoren der Darmwand ähneln. Die Giardien docken an diesen „Täuschkörpern“ an, verlieren so den Halt an der Darmwand und werden einfach mit dem Kot ausgeschieden. Der mechanische Reinigungseffekt ist hier viel entscheidender als der geringe natürliche Zuckeranteil.

 



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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 


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