Warum jeder Hund im Fellwechsel Unterstützung braucht

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Im Frühling und im Herbst beginnt für die meisten Hunde der Fellwechsel. Er betrifft nicht nur Hunde mit langem Fell oder dichter Unterwolle. Auch kurzhaarige Rassen wechseln regelmäßig ihr Fell, wenn auch etwas unauffälliger.

 

Der Fellwechsel selbst ist ein völlig normaler biologischer Prozess. Aber vielleicht hast du das Gefühl, dass sich der Prozess bei deinem Hund besonders lange hinzieht, sein Fell danach stumpf und dünn bleibt oder gar nicht vollständig nachwächst."

Dann lohnt es sich genauer hinzuschauen. Denn das Fell verrät viel über die Gesundheit der Haut und diese stellt die erste Barriere des Immunsystems deines Hundes dar (mehr dazu hier: Das wundervolle Immunsystem deines Hundes).

 

Zurück zum Fellwechsel: Heute möchte ich dir erklären, was beim Fellwechsel genau passiert und zeigen, wie du mit einer geeigneten Fütterung in dieser Phase gut begleitest.

Fellwechsel beim Hund: Am Anfang ist das Haar

Bevor wir uns dem Fellwechsel selbst widmen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das Haar selbst. Es besteht aus der unsichtbaren Haarwurzel und dem sichtbaren Haarschaft. Die Haarwurzel sitzt schräg in der Haut, so entsteht die Fellrichtung.

An der Spitze der Wurzel liegt die Haarzwiebel: Hier stülpt sich die Haarpapille mit ihren Blutgefäßen und Nerven ein und versorgt das Haar mit allem, was es zum Wachsen braucht. Umschlossen wird die Wurzel vom Haarbalg, in den auch die Talgdrüsen münden. Diese sondern ein Sekret ab, das nicht nur das Fell geschmeidig, sondern als Teil des Hautbarriere-Films auch die Haut selbst schützt.

Jedes Haar hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Irgendwann verödet die Papille, das Haar fällt aus, und an gleicher Stelle bildet sich eine neue Papille, aus der ein neues Haar nachwächst. Bei Wildtieren zeigt sich dieser Rhythmus sehr ausgeprägt als saisonaler Wechsel zwischen Winter- und Sommerfell. Bei unseren Haushunden ist er zwar abgeschwächt, aber eben nicht verschwunden. Deshalb haaren sie im Herbst und Frühjahr mehr als sonst.

So läuft der Fellwechsel bei deinem Hund ab

Damit du verstehst, warum dein Hund saisonal mehr haart, lohnt sich ein Blick auf die „Steuerzentrale“ und den gesamt Prozess im Laufe der Jahreszeiten.

Hormone als Gas- und Bremspedal des Fellwechsel beim Hund

Gesteuert wird das Haarwachstum über die Hormonachse zwischen Hypothalamus und Hypophyse. Aus diesem sehr kompliziertem Prozess halten wir fest: Schilddrüsenhormon (Thyroxin) fördert das Haarwachstum, Steroide wie z.B. das Stresshhormon Cortisol bremsen es aus.

Der wichtigste äußere Taktgeber dabei ist die Tageslichtlänge. Hunde, die viel Zeit drinnen verbringen, zeigen in der Regel keinen ausgeprägten Fellwechsel. Bei ihnen ist der saisonale Rhythmus deutlich abgeschwächt. Das Fell wird gleichmäßig über das ganze Jahr gewechselt und nicht in zwei ausgeprägten Schüben im Frühjahr und im Herbst.


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Die Fellwechsel-Zyklen

Im Herbst wird das leichtere Sommerfell abgestoßen, während eine dichtere, wärmende Unterwolle nachwächst. So bereitet sich dein Hund auf die kalte Jahreszeit vor. Wie stark das sichtbar wird, hängt stark von seiner Fellstruktur ab: Hunde mit ausgeprägter Unterwolle (Doppelfell) zeigen einen deutlichen Schub, während Hunde mit einfacherem Haarkleid eher gleichmäßig und unauffälliger haaren.

Im Frühjahr läuft der Prozess spiegelverkehrt ab: Die dichte Winterunterwolle wird abgestoßen, damit ein luftigeres Sommerfell nachwachsen kann. Dein Hund verliert also gezielt die Isolationsschicht, die er über den Sommer nicht mehr braucht. Bei Hunden mit ausgeprägter Unterwolle fällt der Frühjahrs-Fellwechsel oft deutlicher aus als im Herbst.

Wann wird der Fellwechsel für deinen Hund belastend?

Nicht jeder Hund kommt gleich gut durch den Fellwechsel. Folgende Aspekte können hierbei einen spürbaren Unterschied machen.

  • Rasse und Fellstruktur: Hunde mit ausgeprägter Unterwolle haben schlicht mehr Fell, das erneuert werden muss. Deshalb erhöht sich ihr Nährstoffbedarf und sie brauchen in dieser Zeit eine intensive Fellpflege.

  • Alter: Bei älteren Hunden läuft der Zellstoffwechsel langsamer, das Fell wächst entsprechend zögerlicher nach. Auch hier sollte die Nährstoffzufuhr angepasst werden.

  • Nährstoffmangel: Dieser entsteht, wenn ein Nährstoff zu wenig über das Futter zugeführt wird. Möglich ist aber auch, dass die Nährstoffaufnahme aufgrund von Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt gestört wird. Außerdem können auch bestimmte Futterkomponente die Nährstoffaufnahme behindern. Phytinsäure aus Getreide kann beispielsweise die Zinkverwertung erheblich beeinträchtigen. Auch ein ungewogenes Verhältnis der Mineralstoffe unter sich, kann Probleme bereiten. Mehr über die einzelnen Mineralstoff-Wechselwirkungen erfährst du im Blog-Artikel: "Wie sich Mineralstoffe im Hundekörper gegenseitig beeinflussen". 

Diese Nährstoffe erleichtern den Fellwechsel

Der Fellwechsel verlangt dem Organismus einiges ab. Deshalb ist die richtige Fütterung die beste Grundlage, damit dein Hund gut durch diese Zeit kommt.

 

Folgende Nährstoffe spielen eine besonders wichtige Rolle … nicht nur im Fellwechsel!

  • Protein steht an erster Stelle: Rund ein Drittel des gefütterten Proteins wird für Haut- und Fellerneuerung verbraucht. Dabei zählt nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität des Eiweißes: Es sollte hochverdaulich sein und alle essenziellen Aminosäuren in einem guten Verhältnis enthalten. Am besten gelingt das über Muskelfleisch.
  • Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in einem guten Verhältnis zueinenander sorgen für eine intakte Hautbarriere. Bei den meisten Fütterungsmethoden sollte ein Omega-3-Ausgleich erfolgen, da das Fleisch aus herkömmlicher Haltung nur noch sehr wenig davor enthält.

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  • Zink ist als Cofaktor direkt an der Keratinbildung beteiligt. Keratin ist das Strukturprotein, aus dem Haare, Krallen und die äußere Hautschicht hauptsächlich bestehen. Ohne ausreichend Zink kann der Körper während des Fellwechsels schlicht nicht genug Keratin herstellen. Gute natürliche Zinkquellen sind: Rind, Lamm, Eigelb, Kürbiskerne.
  • Biotin unterstützt ebenfalls den Keratinaufbau und steckt vor allem in Leber, Eigelb, Nüssen und Haferflocken.
  • Vitamin A fördert die Erneuerung der Hautzellen und findet sich vor allem in Leber und Lebertran.
  • Vitamin E schützt die empfindlichen mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation. Eine gute Quelle ist zum Beispiel Weizenkeimöl.

Falls es dir nicht möglich ist, die Fütterung deines Hundes gleich anzupassen, z.B. weil er aktuell eine spezielle Diät benötigt, kannst du auf spezifische Vitamin- und Mineralstoffpräparate zugreifen, die in dieser Phase unterstützen werden. Novomineral DERMA* liefert u.a. Biotin und Zink. Das 100% Bio-Nachtkerzenöl* liefert Fettsäuren, die Haut und Fell unterstützen.

Fellwechsel & Darmgesundheit: Der unterschätzte Zusammenhang

Alle bisher genannten Nährstoffe nützen wenig, wenn sie nicht dort ankommen, wo sie gebraucht werden: an der Haarpapille. Genau das ist der Punkt, an dem die Verdauung ins Spiel kommt. Bei Hunden mit Dysbiose, chronischen Darmproblemen oder eingeschränkter Fettresorption werden selbst gut dosierte Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen. Die Folge: stumpfes, dünnes Fell trotz gut durchdachter Fütterung.

 

Deshalb gilt die Fellqualität in der Praxis oft als ein möglicher Indikator für die Verdauungsgesundheit. Natürlich können Haut- und Fellprobleme andere Ursachen haben, dennoch lohnt sich ein Blick auf den Darm, vor allem wenn andere Maßnahmen nicht greifen.

Rezept für einen leckeren Fellwechsel-Zusatzhappen

Zusammengefasst kommt es vor allem auf eine gesunde Fütterung an, die deinen Hund ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt. Mit folgendem Zusatzhappen schenkst du deinem Hund einen wertvollen Fellwechselbonus.

 

Fellwechsel-Topping


Für einen Hund mit ca. 20–25 kg (kleinere Hunde entsprechend weniger: bei 5 kg etwa ¼, bei 10 kg etwa die Hälfte der Menge):

  • 1 EL Hüttenkäse oder Quark

  • 1 rohes Eigelb 

  • 1 TL Fischöl 

  • 1 TL gemahlene Kürbiskerne

Alle Zutaten mischen und übers Futter geben. Die Mischung lässt sich portionsweise im Eiswürfelbehälter einfrieren.

 

Gut zu wissen: Kürbiskerne liefern etwa so viel Zink wie Leber. Die enthaltene Phytinsäure bindet zwar einen Teil davon im Darm, für das Topping passen die Kerne trotzdem sehr gut.

Dieser Artikel wäre nicht vollständig, wenn ich die Fellplege nicht erwähnen würe. Also: Regelmäßiges Bürsten nicht vergessen! Das entfernt lose Unterwolle und beugt Verfilzungen vor. Wenn du das deinem Hund sanft beigebracht hast, wird er das auch genießen und du behältst Fell und Haut dabei gut im Blick.

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FAQ


Wie lange dauert der Fellwechsel bei Hunden?
In der Regel etwa sechs bis sieben Wochen vom ersten sichtbaren Haarausfall bis zum vollständig neuen Fell. Bei Rassen mit dichter Unterwolle kann sich das etwas länger hinziehen.

Wann findet der Fellwechsel statt?
Die meisten Hunde wechseln zweimal im Jahr ihr Fell: im Frühjahr (Winterfell gegen leichteres Sommerfell) und im Herbst (umgekehrt). Bei reiner Wohnungshaltung mit viel Kunstlicht kann sich dieser Rhythmus abschwächen, das Fell wird dann eher gleichmäßig übers Jahr gewechselt.

Was, wenn der Fellwechsel gar nicht aufhört oder das Fell danach dünn bleibt?
Zieht sich der Prozess über Monate hin oder wächst das Fell an manchen Stellen gar nicht nach, solltest du das mit einer Fachperson besprechen. Dahinter können hormonelle Ursachen oder eine gestörte Nährstoffaufnahme stecken.

Reicht das normale Futter aus, oder braucht mein Hund zusätzliche Nahrungsergänzung?
Bei einer gut zusammengestellten, bedarfsdeckenden Fütterung sind die wichtigen Nährstoffe im Grunde schon enthalten. Ein Topping wie das oben beschriebene Rezept ist eine sinnvolle Extra-Unterstützung in der intensiven Wechselzeit, aber kein Ersatz für eine grundsätzlich unausgewogene Ernährung.

Eine gute Unterstützung bietet auch DERMA, ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat, das speziell für Haut und Fell zusammengesetzt wurde. DERMA enthält u.a. Biotin und Zink.

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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 


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