Nierenerkrankung Hund: Die wichtigsten Begriffe erklärt
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Nierenerkrankung Hund - Die wichtigsten Begriffe
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Fachchinesisch adé! Willkommen Klarheit!

Wenn du dich mit dem Thema Nierenerkrankung beschäftigst, vielleicht weil du die Diagnose für deinen Hund kürzlich erhalten hast, bist du bei deinen Recherchen sicherlich auf viele Begriffe gestoßen, die dir nicht unbedingt vertraut waren.

 

Es kann wirklich überwältigend sein, wenn man sich mit einem neuen Thema befasst oder manchmal leider befassen muss.

 

Damit du alles, was du online liest, besser verstehst, oder dich mit Tierärzten, Tierheilpraktiker:innen und Ernährungsberater:innen richtig gut verständigen kannst, habe ich die wichtigsten Begriffe für dich zusammengestellt.

 

Und natürlich erkläre ich sie dir auch.

  •  Akutes Nierenversagen

Ein akutes Nierenversagen tritt plötzlich auf. Dieser partielle (oder vorübergehend gänzliche) Verlust der Nierenfunktion ist in den meisten Fällen bei sofortiger Behandlung reversibel. In ungünstigeren Fällen kann ein akutes Nierenversagen die Ursache für eine chronische Nierenerkrankung sein.

  •  Anämie

Bei einer Anämie (oder Blutarmut) sinkt die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die Hämoglobinkonzentration (Blutfarbstoff) und er Hämatokrit unter die Referenzwerte. Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung kann sich eine Anämie einstellen, weil das Hormon, das für die Produktion von roten Blutkörperchen zuständig ist (Erythropoetin) von den Nieren produziert wird.
Die Hauptsymptome einer Anämie sind Abgeschlagenheit und blasse Schleimhäute.

  • Anurie

Es wird kein Harn mehr ausgeschieden (vor allem bei akutem Nierenversagen)

  •  Aquaretika

Es sind Arzneipflanzen, die die Wasserausscheidung erhöhen. Sie fördern die Durchblutung der Niere, so dass dieser das Blut effizienter filtern können. Der große Vorteil von Aquaretika gegenüber synthetischen Präparaten ist, dass es nicht zu massiven Verschiebungen im Elektrolytenhaushalt kommt.

  •  Azotämie

Die Azotämie beschreibt den Zustand einer erhöhten Harnstoff- und Kreatininkonzentration im Blut. Diese erhöhten Werte sind Bestandteil der Diagnose einer Nierenerkrankung.

  •  BUN (Blood Urea Nitrogen)

Das ist der an Harnstoff gebundenen Stickstoff. Es handelt sich einfach um eine andere Methode, um die Harnstoffkonzentration im Blut festzustellen. Beide Werte entwickeln sich parallel und der eine kann stellvertretend für den anderen untersucht werden.

  • Chronische Nierenerkrankung

Bei einer chronischen Nierenerkrankung schreitet der Verlust der Nierenfunktion langsam voran. Die Folge einer Nierenerkrankung ist eine Niereninsuffizienz: Die Nierenfunktion reicht nicht mehr aus, um alle Aufgaben zu erfüllen.

  • Diuretika

Das sind Medikamente, die die Urinproduktion anregen.

  •  Elektrolyte

Unter Elektrolyte versteht man alle Mineralien, die sich im Organismus befinden. Die Konzentration vieler Elektrolyte wird über die Nieren reguliert. Deshalb werden sie bei nierenkranken Hunde regelmäßig kontrolliert (Phosphat, Natrium, Kalium …)

  •  Erythropoetin (EPO)

Dieses Hormon wird zum größten Teil in den Nieren produziert und spielt eine bedeutende Rolle in der Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Knochenmark. Ist die Funktion der Nieren gestört, gelangt kein EPO mehr in das Knochenmark, die Produktion von Erythrozyten wird gehemmt, es kommt zur sog. renalen Anämie.

  •  GFR (Glomeruläre Filtrationsrate)

Die glomeruläre Filtrationsrate zeigt an, wie viel Primärharn innerhalb einer Zeiteinheit aus den Kapillarknäulen herausfiltriert werden kann. Es gibt spezielle Laboruntersuchung, um die GFR zu messen. In der Regel wird stellvertretend der Kreatininwert für die Diagnose herangezogen, weil er viel leichter zu bestimmen ist.

  • Harndichte

Die Harndichte zeigt die Urinkonzentration an und wird anhand des spezifischen Gewichts des Harns gemessen. Das ist die Dichte des Urins in Relation zum Wasser. Zusammen mit der Proteinurie eignet sich dieser Wert zur Beurteilung einer Niereninsuffizienz.

  •  Harnpflichtige Stoffe / Substanzen

Harnpflichtige Substanzen sind solche, die über den Harn ausgeschieden werden (z.B. Harnstoff, Kreatinin, Harnsäure)

  •   Harnstoff

Harnstoff (oder Urea) ist ein Endprodukt des Proteinstoffwechsels und wird über die Nieren ausgeschieden (harnpflichtige Substanz). Deshalb wird der Harnstoffwert im Blut in der Diagnostik der Niereninsuffizienz herangezogen.


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  •   Hyperphosphatämie

Erhöhte Phosphorwerten im Blut.

  • Infusionen

Das Ziel einer Infusionstherapie ist es, die Nieren „durchzuspülen“. Das unterstützt die Nierenfunktion. Stationär oder in der Tierarztpraxis wird dem Hund einen Venenzugang gelegt. Zu Hause kann die Behandlung mit subkutanen Spritzen weitergeführt werden.

  • IRIS-Stadien

Anhand seiner Blut- und Harnwerte wird ein nierenkranker Hund eingestuft. Es gibt 4 verschiedene Stadien: keine Azotämie, geringgradig, mittelgradig, hochgradig. Die Einstufung stellt die Basis für (schulmedizinische) Therapieempfehlungen dar.

  •  Kreatinin

Kreatinin ist in Abbauprodukt des Muskelgewebes. Es wird über die Nieren ausgeschieden (harnpflichtige Substanz) und eignet sich zur Beurteilung der Nierenfunktion.

  •  Nierendiät

Sie ist die wichtigste Säule der Behandlung einer Nierenerkrankung. Das Futter wird so zusammengesetzt, dass weniger harnpflichtige Substanzen entstehen können. Die Symptome des Hundes werden dadurch gelindert und der Verlauf der Erkrankung verlangsamt. Mit der Diät soll natürlich auch die Energie- und Nährstoffzufuhr gesichert werden.

  •  Nierenkräuter

Es gibt keine Arzneipflanzen, die eine spezifische Wirkung auf das Nierengewebe selbst haben. Dennoch können Arzneipflanzen eine große Hilfe sein, indem sie die Wasserausscheidung steigern. Einige Kräuter haben auch eine desinfizierende Wirkung auf die Harnwege insgesamt.

  •  Oligurie

Verminderte Harnausscheidung (vor allem bei akutem Nierenversagen)

  •  Phosphatbinder

Sie binden die Phosphate in der Nahrung und entlasten dadurch die Nieren. In der Behandlung von nierenkranken Hunden kommen meistens kalziumhaltige Phosphatbinder zum Einsatz.

  •  Phosphor / Phosphat

Phosphor ist ein chemisches Element aus der Stickstoffgruppe. Der korrekte Begriff wäre eigentlich Phosphat. Phosphate bilden den Hauptbestandteil von Knochen und Zähnen. Wenn sie nicht mehr ausreichend über die Nieren ausgeschiedenen werden können, entstehen verschiedene Störungen im Organismus, die dann zu Folgeerkrankungen der Niereninsuffizienz führen. Deshalb ist es so wichtig, den Phosphorgehalt des Futters gut zu kontrollieren.

  •  Polydipsie

Die Polydipsie beschreibt den Zustand eines gesteigerten Durstempfindens bzw. die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme. Das ist - mit der Polyurie – oftmals das erste Symptom einer Niereninsuffizienz.

  •  Polyurie

Die Polyurie beschreibt eine übermäßige Urinausscheidung. Sie hängt eng mit der Polyurie zusammen.

  •  Proteinurie

Die Proteinurie beschreibt eine übermäßige Ausscheidung von Proteinen im Harn, z.B. als Folge einer Nierenerkrankung.

  •  SDMA

SDMA steht für Symmetrisches Dimethylarginin und wird zu mehr als 90 % über die Nieren ausgeschieden. Der SDMA-Wert im Blut zeigt einen möglichen Rückgang der Nierenfunktion schon an, wenn der Kreatininwert immer noch in der Norm ist. Er gilt deshalb als „Frühmarker“. Dennoch ist bei seiner Interpretation Vorsicht geboten, da er auch durch andere Faktoren beeinflusst werden kann.

  •  Protein-Kreatin-Verhältnis (oder UPC)

Das Protein-Kreatinin-Verhältnis wird anhand der Ergebnisse einer Harnuntersuchung errechnet und gibt an, wie viel Protein über die Niere verloren geht.

  •  Urämie

Dieser Begriff beschreibt der Anstieg von Harnstoff, Kreatinin und weiteren harnpflichtigen Substanzen im Blut. Der Unterschied mit der Azotämie ist, dass in diesem Stadium die Nierentätigkeit deutlich eingeschränkt ist und der Hund bereits Symptome einer „Vergiftung“ zeigt.

 

 

Z… wie Ziel erreicht!

 

Als Hundemama eines nierenkranken Hundes ist es nicht immer einfach, sich zurechtzufinden. Der erste Schritt ist getan und jetzt, wo die wichtigsten Begriffe für dich klar sind, wirst du viel sicherer und entspannter alle weiteren Schritte für die Behandlung deines Hundes angehen können.



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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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