Wie oft solltest du deinen Hund füttern? Warum Pausen für den Darm wichtig sind

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Wie oft solltest du deinen Hund täglich füttern?
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Wie oft am Tag fütterst du deinen Hund? Reicht eine Mahlzeit, oder gibst du lieber viele kleine Portionen? Gerade bei kleinen und sensiblen Hunden ist das eine verbreitete Praxis, meistens aus dem Wunsch heraus, ihre Verdauung zu entlasten.

 

Das fühlt sich erstmal richtig an: Kleine Mengen sind leichter zu verdauen, also wird es dem Hund besser gehen.

Stimmt das immer?

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, was im Darm passiert, wenn er gerade nicht verdaut. Denn er ruht sich da nicht aus.

Der Darm arbeitet auch zwischen den Mahlzeiten

Die Verdauung des Hundes beginnt nach dem Fressen im Magen und setzt sich dann im Darm fort. Das ist klar. Weniger bekannt ist jedoch, dass der Darm auch zwischen den Mahlzeiten aktiv ist, also dann, wenn die eigentliche Verdauung bereits abgeschlossen ist.

Erst wenn keine neue Nahrung mehr in den Dünndarm gelangt, kann dieser mit einer ganz speziellen Aufgabe beginnen.

 

Man kann sich diesen Vorgang wie ein Förderband im Dünndarm vorstellen: Alles, was dort aus der letzten Mahlzeit noch vorhanden ist – Verdauungsreste, Schleim und überschüssige Bakterien – wird Schritt für Schritt weitertransportiert.

 

Ziel ist der Dickdarm, wo diese Bestandteile weiterverarbeitet und schließlich ausgeschieden werden. Diese Reinigungsbewegungen nennt man Migrating Motor Complex (MMC). Sie setzen dann ein, wenn der Organismus in den nüchternen Zustand wechselt.

 

Kommt ständig neue Nahrung nach – und wenn es nur ein Snack zwischendurch ist – schaltet der Körper immer wieder in den Verdauungsmodus.

Für viele Hunde ist das zunächst unproblematisch. Für andere zieht es einige Beschwerden nach sich.


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Was passiert, wenn der Darm keine Pausen hat

Verbleiben diese Futterreste zu lange im Dünndarm, verändern sich dort die Bedingungen.

Unverdaute Bestandteile beginnen zu gären. Dabei entstehen Gase, die die typischen gluckernden Geräusche hervorrufen.

 

Gleichzeitig haben Bakterien, die normalerweise weitertransportiert würden, mehr Zeit, sich zu vermehren. Das kann zur Entstehung einer bakteriellen Überwucherung im Dünndarm (SIBO) beitragen.

 

Wenn der Darm in seiner Reinigungsarbeit gestört wird, reagiert er darauf oft mit Schutzmechanismen. Er produziert vermehrt Schleim, um die Schleimhaut zu schützen, oder beschleunigt den Transport, um belastende Inhalte möglichst schnell loszuwerden. Das zeigt sich dann oft mit wechselndem oder weichem Kot miz Schleimauflagerungen.

 

Auch Symptome wie Unruhe, vermehrtes Grasfressen oder nächtliches Schmatzen lassen sich so erklären. Sie sind häufig Ausdruck eines Verdauungssystems, das nicht zur Ruhe kommen darf.

 

In solchen Fällen liegt das Problem nicht zwingend im Futter selbst, sondern in den zu häufigen Fütterungen, die die natürlichen Reinigungsprozesse im Darm behindern.

Viele kleine Mahlzeiten: Für jeden Hund immer passend?

Gerade bei kleinen Hunden wächst die Sorge, sie könnten mit größeren Portionen überfordert sein. Dabei ist die Futtermenge in der Regel ohnehin an die Körpergröße angepasst. Kleinere Hunde brauchen also nicht automatisch häufigere Mahlzeiten.

 

Viele kleine Mahlzeiten werden oft empfohlen, um den Magen zu entlasten oder empfindliche Hunde „schonend“ zu füttern. Diese Empfehlung ist gut gemeint und kann in bestimmten Situationen auch sinnvoll sein, etwa bei akuten Magenentzündungen.

 

Problematisch wird es dann, wenn dieses Fütterungsmuster dauerhaft beibehalten wird.

 

Denn viele kleine Portionen führen dazu, dass der Darm mehr Zeit für die Verdauung aufbringen muss. Und jede noch so winzige Mahlzeit unterbricht die Reinigungsbewegungen im Dünndarm aufs Neue.

 

Das gilt nicht nur für die eigentlichen Fütterungen, sondern auch für Snacks, Kauartikel oder Leckerlis zwischendurch. Sie signalisieren dem Körper, dass die Verdauung jetzt starten soll.

Weniger Mahlzeiten für mehr Ruhe im Darm – Erfahrungen aus der Praxis

In meiner Praxis mache ich immer wieder die Erfahrung, dass sich Verdauungsprobleme verbessern, wenn die Anzahl der Mahlzeiten reduziert wird.

 

Hunde, die zuvor zu Blähungen oder wechselndem Kot neigten, zeigen dann häufig stabileren Kot. Andere schmatzen weniger oder fressen seltener Gras.

 

So verlockend einfache Empfehlungen auch sind: Es gibt keine allgemeingültige Regel dafür, wie viele Mahlzeiten dein Hund braucht. Viele kleine Mahlzeiten sind nicht grundsätzlich falsch. Sie sind aber auch kein Garant für eine entspannte Verdauung. Manchmal sogar im Gegenteil.

 

Der Darm deines Hundes ist ein aktives Organ, das Zeit für seine Aufgaben benötigt. Der Dünndarm braucht Phasen, in denen er verdaut, und Phasen, in denen er „aufräumt“. Fehlen diese Phasen der Ruhe, kann selbst gut verträgliches Futter Probleme bereiten.

 

Manchmal sind es keine großen Umstellungen, sondern kleine Veränderungen im Rhythmus, die spürbar mehr Balance in die Verdauung bringen.


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 


Du hast Fragen?

Hier findest du dir wichtigsten Antworten.

 

1. Wie oft sollte ich meinen Hund am Tag füttern?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Viele Hunde kommen mit zwei Mahlzeiten am Tag sehr gut zurecht, andere profitieren zeitweise von drei oder mehr. Entscheidend ist weniger die Zahl an sich, sondern ob dein Hund echte Fresspausen bekommt, in denen sein Darm zur Ruhe kommen und aufräumen kann.

 

Wenn dein Hund zwischen den Mahlzeiten stabil wirkt, keinen ständig unruhigen Bauch hat und der Kot gleichmäßig ist, bist du meist auf einem guten Weg. Zeigen sich jedoch Blähungen, wechselnder Kot oder Unruhe, lohnt sich ein Blick auf den Fütterungsrhythmus.


 

2. Sind viele kleine Mahlzeiten nicht besser für die Verdauung?

 

Das wird bei Hunden mit sensibler Verdauung häufig empfohlen. Kurzfristig kann das auch entlastend wirken, etwa bei einer akuten Magenentzündung.

 

Auf Dauer kann häufiges Füttern jedoch genau das Gegenteil bewirken. Jede Mahlzeit – auch eine kleine – unterbricht die natürlichen Reinigungsbewegungen im Dünndarm.

 

Bekommt der Darm kaum Pausen, kann das zu Gärung, Blähungen oder weichem Kot führen, obwohl das Futter an sich passend ist.


 

3. Zählen Leckerlis, Kauartikel oder Snacks wirklich als „Mahlzeit“?

 

Ja, aus Sicht des Darms schon.
Auch kleine Mengen signalisieren dem Körper: Verdauung starten. Das gilt für Trainingsleckerlis genauso wie für Kauartikel oder „nur ein kleines Häppchen“.

 

Gerade Hunde, die über den Tag verteilt immer wieder etwas bekommen, haben oft kaum echte Fresspausen. Für den Darm bedeutet das Dauerarbeit. Wenn du die Verdauung deines Hundes unterstützen möchtest, lohnt es sich, auch diese Zwischenmahlzeiten kritisch zu betrachten.


 

4. Verdauungsprobleme: Können sie auch bei gut zusammengesetze Fütterung vorkommen?

 

Ja, absolut.
Viele Hunde bekommen hochwertiges, gut passendes Futter und zeigen dennoch Verdauungsprobleme. In solchen Fällen liegt die Ursache nicht selten nicht im Futter, sondern im Timing (z.B. weil sie viele kleine Snacks über den Tag verteilt bekommen).

 

Der Darm braucht Zeit, um nach der Verdauung aufzuräumen. Fehlen diese Phasen, kann selbst sehr gut verträgliches Futter Probleme machen. Deshalb ist es sinnvoll, Futterzusammensetzung und Fütterungsrhythmus immer gemeinsam zu betrachten.


 

5. Woran merke ich, dass mein Hund von weniger Mahlzeiten profitieren könnte?

 

Typische Hinweise können sein:

  • Blähungen oder gluckernde Geräusche im Bauch

  • wechselnde oder weiche Kotkonsistenz

  • Schleim im Kot

  • vermehrtes Grasfressen

  • nächtliches Schmatzen oder Unruhe

Das bedeutet nicht automatisch, dass weniger Mahlzeiten die Lösung sind. Es ist aber ein Hinweis, genauer hinzuschauen. Oft reichen schon kleine Anpassungen im Rhythmus, um dem Darm wieder mehr Ruhe zu geben.

 


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