Kannst du dem Blutbild deines Hundes blind vertrauen?
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Laborwerte zeigen nur, was sein kann. Nicht zwingend, was sein muss.

Labordiagnostik ist bei der Behandlung unserer Hunde nicht mehr wegzudenken. Wenn die klinische Untersuchung oder die Beobachtung der Symptome für eine sichere Diagnose nicht ausreicht, besteht der nächste Schritt meistens darin, eine Blutprobe ins Labor zu schicken.

Das Blutbild deines Hundes liefert tatsächlich wichtige Informationen über seinen gesundheitlichen Zustand. Allerdings sollten wir bei der Bewertung der Ergebnisse immer den folgenden Satz im Kopf haben: 

„Laborwerte zeigen nur, was sein kann. Nicht zwingend, was sein muss.“

 

Wir alle tendieren dazu, den Zahlen auf dem Papier zu vertrauen. Messbare Ergebnisse, Werte, die mit moderner Technik bestimmt wurden, müssen einfach stimmen. Denken wir. In der Realität gibt es verschiedenen Gründe, weshalb wir gerne zweimal auf die Werte schauen sollten, bevor wir ihnen uneingeschränkt glauben. 

 

Fehlerhafte Befunde

 

So erschreckend es auch klingt: Erstaunlich viele Blutuntersuchungen liefern fehlerhafte Werte. Das kann daran liegen, dass die Blutabnahme nicht korrekt durchgeführt wurde. Vielleicht wurde das Blut zum falschen Zeitpunkt abgenommen? Möglicherweise hatte der Hund enormen Stress? Oder die Blutabnahme fand direkt nach einer starken körperlichen Belastung statt? Dann kann es auch Probleme bei der Lagerung oder beim Transport geben. Und nicht zuletzt können menschliche Fehler, z.B. bei der Beschriftung der Proben, vorkommen.


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Gesunde Skepsis

 

Das soll nicht heißen, dass wir Laborwerten grundsätzlich nicht vertrauen dürfen. Wenn wir sie "überraschend" finden, ist es sicherlich angebracht, die möglichen Fehlerquellen im Kopf zu haben und die Befunde dahingehend zu überprüfen.

Gerade wenn das Blutbild eines Hundes nicht zu seinen Symptome passt, sollten wir an die Möglichkeit eines falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnisses denken. 

 

Bei einem gesunden Hund ist ein negativer Test richtig negativ. Negativ bedeutet, dass kein Nachweis für eine Erkrankung vorliegt. Der richtig negative Befund bestätigt also, dass der Hund gesund ist. Dasgleiche negative Ergebniss ist bei einem kranken Hund falsch negativ, denn in diesem Fall hätte die Blutuntersuchung den Nachweis liefern müssen. Der kranke Hunde wurde nicht als solchen erkannt.

 

Umgekehrt ist ein Wert falsch positiv, wenn er sich bei einem gesunden Hund außerhalb des Referenzbereichs befindet. Also wenn es so aussieht, als wäre der Hund krank.



Gelten Referenzbereiche für alle Hunde?


Und was machen wir nun mit den Befunden? Was, wenn ein oder mehrere Werte außerhalb des Referenzbereiches liegen? Was hat das zu bedeuten?
 

Referenzwerte treffen auf 95% der Individuen zu. Das heißt, dass in 5% der Fälle (das sind immerhin eine von 20 Proben) bei gesunden Hunden Werte gemessen werden, die sich außerhalb des Referenzbereiches befinden.

Deshalb ist es so wichtig, Laborwerte immer in Zusammenhang mit den Symptomen zu betrachten. 


Dann ist auch unbedingt darauf zu achten, dass bei bestimmten Hunderassen die Blutwerte anders zu interpretieren sind. Das ist z.B. bei Windhunden der Fall.


Auch das Alter des Hundes muss bei der Interpretation der Blutwerte berücksichtigt werden. Gerade bei Welpen liegen einige Werte außerhalb des Referenzbereiches, gerade weil sie sich noch im Wachstum befinden.

Nimmt der Hund bestimmte Medikamente, beeinflusst dies die Laborwerte ebenfalls.  

Über das Blutbild eines Hundes können wir wirklich vieles über die Funktionfähigkeit seiner Organe erfahren.  Es ist geradezu faszinierend, wie eine ganz kleine Menge Blut dazu dienen kann, seinen gesundheitlichen Zustand eines Hundes richtig einzuschätzen. Allerdings sollten Laborwerte immer kritisch und mit der berühmten "gesunden Skepsis" interpretiert werden.
 


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben.