Gesunder Darm, starkes Immunsystem für deinen Hund
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Gesunder Darm, gesundes Immunsystem

Beste Darmgesundheit mit einfachen Lebensmitteln

Spätestens nach der Veröffentlichung von „Darm mit Charme“ von Giulia Enders ist das Thema "Darm" salonfähig geworden. Plötzlich wurde ganz offen über Pupsen, Verstopfung und Durchfall gesprochen. Hundemenschen tun das schon länger! Nicht selten beobachten sie täglich die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge, was dadurch begünstigt wird, dass sie diese aufheben müssen.

 

Meistens wird die Beschaffenheit des Outputs als Kriterium zur Bewertung des Futters herangezogen. Sind die Würste schön fest, darf Bello den gewohnten Napf weiterhin leerfressen.

 

Du ahnst es schon: Der Darm kann viel mehr, als einfach nur verdauen (so einfach ist Verdauen allerdings nicht – und extrem wichtig obendrein!). Ein ganz wesentlicher Faktor dabei ist das Mikrobiom. Das Mikrobiom ist nichts anderes als das, was wir noch oft Darmflora nennen. Die „Darmflora“ besteht aber nicht aus „Pflanzen“ – wie man es lange angenommen hat – sondern aus Mikroben. Mikroben sind winzig kleine Lebenwesen, sog. Mikroorganismen, die mit bloßem Augen nicht erkennbar sind. Die meisten Mikroben sind Bakterien, Pilze und Viren.

 

Ein großer Unterschied zwischen Bakterien und Viren ist, dass Bakterien aus einer Zelle und Viren aus Molekülen bestehen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass Bakterien (und auch Pilze) in der Regel nützlich, und eigentlich selten krankmachend (pathogen) sind. Dahingegen sind die allermeisten Viren für Krankheiten verantwortlich.

 

All diese Mikroben halten sich im Darm deines Hundes auf. Hoffentlich weniger Viren, dafür umso mehr gute Bakterien und Pilze.

 

Ein Mikrob darf sich einiges erlauben!

 

Die meisten Darmmikroben helfen schon alleine durch ihre Anwesenheit. Es gibt zwar gute und schlechte Mikroben, doch durch ihre Dichte verhindern die "guten", dass sich die „bösen“ zu stark verbreiten. Du kennst ja diese Menschen, die am Pool viele Liegeplätze mit ihren Handtüchern belegen, damit kein anderer sie beanspruchen kann.  Das machen gute Mikroben im Darm auch. Sie sind da, sie vermehren sich, sie belegen so viel Raum wie möglich, damit unerwünschte Gäste fern bleiben. Das nennt man Kolonisationsschutz. Dies als Mensch am Pool zu tun, ist ziemlich unsympathisch. Als Mikrob im Darm ist dieses Verhalten genau richtig.

 

70% aller Immunzellen befinden sich im Darm

 

Das Immunsystem dient der Abwehr von Krankheitserregern, Giften, Eindringlingen aller Art… Seine erste Aufgabe besteht darin, diese überhaupt zu erkennen, also zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden. So werden z.B. krankheitserregende Viren bekämpft und gesunde Darmbakterien in Ruhe gelassen.

 

Die angeborene Abwehr (Hautbarriere, Schleimhäute, Niesreflex, Husten…) unterscheidet nur grob: Dein Hund wird sich kratzen, egal ob die Haut durch kitzelnde Gräser oder durch Sarkoptes-Raüde gereizt wird. Er wird Husten, weil er sich verschluckt hat. Oder aber weil seine Bronchien stark belegt sind.

 

Die erworbene Abwehr geht da viel differenzierter vor. Sie wird erst dann aktiviert, wenn sie mit einem Erreger in Kontakt kommt. Die Hauptagenten der erworbenen Abwehr sind die Leukozyten, also die weißen Blutkörperchen, die die Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Fremdkörper …) bekämpfen.

 

Heute weiß man, dass sich 70% aller Immunzellen im Darm befinden, weshalb das Augenmerk  sehr stark auf das darmassoziierte Immunsystem (oder darmassoziierte lymphatische Gewebe –  GALT: gut associated lymphoid tissue) gerichtet wird. Und natürlich auch auf das Mikrobiom und seine Mikroben, die dieses darmassoziiertes Immunsystem stärken und schützen.

 

Der Pfotenabdruck des Mikrobioms

 

Welche Rolle sielt dabei das Mikrobiom?  

  • die guten Darmbakterien konkurrieren mit krankmachenden Bakterien. Sind sie zahlreich genug, lassen sie nicht zu, dass Erreger sich ansiedeln und verbreiten.
  • Sie produzieren antibakterielle Stoffe, die wie ein Antibiotikum aus den eigenen Reihen wirkt.
  • Sie halten den pH-Wert im Darm konstant: Das ist die Aufgabe der Lactobazillen und Bifidobakterien, die die Milchsäure produzieren und so für ein saures Darmmilieu sorgen.
  • Sie produzieren Fettsäuren, die die Darmwand schützen.
  • Sie sind der beste Trainingspartner des Immunsystems, in dem sie es permanent mit neuen Informationen konfrontieren. Fehlt dem Immunsystem diese tägliche Übung, wird es irgendwann nicht mehr zwischen „gut“ und „böse“ unterscheiden. Das ist leider die Grundlage für allergische Reaktionen, Unverträglichkeiten und Autoimmunerkrankungen.

Spannend ist, dass das Mikrobiom  fast so individuell wie ein Finger- euh ... Pfotenabdruck ist. Man könnte sagen, dass von Anfang an kein Mikrobiom wie das andere ist!

 

 


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In diesem Augenblick entsteht das Mikrobiom

 

Welpen sind im Bauch ihre Hundemama absolut keimfrei. Schon der Weg über den Geburtskanal (und die Nähe zum Darmausgang) reicht aus, um das Hundebaby mit einer unglaublichen Zahl von Bakterien zu versorgen. In diesem Augenblick entsteht das Mikrobiom. Es wird dann nach und nach durch den Kontakt mit der Hündin, ihrem Fell, ihrer Zunge, mit der Umgebung und mit den Menschen angereichert. Mikroben entwickeln sich zwar unheimlich schnell, trotzdem wird es eine ganze Weile dauern, bis sich die Darmflora vollständig entwickelt haben wird.

 

Bakterien gelangen total ungefiltert in den Organimus. Es ist erstmal unklar, welche für den Welpen gut oder schlecht sind. Doch das Hundebaby wird sehr gut  durch die Bakterien der Muttermilch geschützt. Und die vermeintlich schlechten Bakterien schulen sein Immunsystem, das sich dadurch gut entwickeln kann und immer stärker wird.

Die Umstellung auf festes Futter (und auf ganz neue Bakterien!) ist eine wichtige Etappe auf seinem Weg in einem gesunden ausgewachsenen Hund. Zum Glück ist das Mikrobiom sehr anpassungsfähig und wird bei artgerechter und ausgewogener Fütterung die Umstellung problemlos meistern.


Die Darm-Innenwelt, das Mikrobiom, ist also unglaublich wichtig für deinen Hund. Du solltest alles tun, um sie vom Welpenalter bis ins hohe Alter gut zu pflegen und zu schützen.

 

Dazu gehört, Antibiosen so oft wie möglich zu vermeiden. Bei jeder Antibiose werden Darmbakterien zerstört. Gute und böse. Mit den entsprechenden Konsequenzen für das Mikrobiom, das anschließend nicht mehr so effizient arbeiten kann.

 

Die grundlegende Basis für ein gesundes Mikrobiom ist eine artgerechte Fütterung. Darunter versteht man ein Futter, das dem Verdauungsapparat eines Hundes entspricht. Wenn dein Hund das zu fressen bekommt, was er am einfachsten verdauen kann, wird sein Mikrobiom im Gleichgewicht bleiben.  

 

Pre- und Probiotika unterstützen das Mikrobiom deines Hundes

 

Die Mikroben helfen deinem Hund. Umgekehrt kannst du sie auch gut unterstützen: Achte darauf, dass das Futter deines Hundes Pre- und Probiotika enthält. Dazu brauchst du keine besonderen Präparate zu kaufen, denn viele Lebensmitteln haben bereits eine sehr positive Wirkung auf das Mikrobiom.

 

Durch die Fütterung von Prebiotika wird das Wachsum nützlicher Bakterien gefördert. Prebiotika dienen sozusagen als „Nahrung“ für Laktobazillen oder Bifidobakterien. Mit diesen Lebensmitteln fütterst du also nicht nur deinen Hund sondern auch seine Mikroben gesund:

  • Chicoree
  • Löwenzahn/Löwenzahnwurzeln
  • Schwarzwurzeln
  • Pastinaken
  • Artischoken
  • Topinambur

Sie enthalten viel Inulin, das aus mehreren Fruktosemolekülen besteht und gut als „Futter für nützliche Bakterien“ geeignet sind.

 

Fertigfutter wird manchmal mit prebiotischen Komponenten angereichert, wie z.B. mit Fructooligosacchariden (FOS). Du kannst deinem Hund ganz einfach FOS zuführen, indem du folgende Lebensmittel in seinen Fütterungsplan einbaust:

  • Bananen
  • Hafer
  • Tomaten
  • Spargel

Wie Inulin dienen FOS ebenfalls den nützlichen Bakterien als Nahrung.

 

Anders als Prebiotika sind Probiotika lebende Organismen. Es sind Mikroben, die das Mikrobiom über das Futter erreichen.  Probiotika sind z.B. enthalten in:

  • Sauerkraut und anderem fermentiertem Gemüse
  • Echtem
  • Apfelessig

Du siehst, es ist ganz einfach, das Immunsystem deines Hundes gut zu unterstützen. Alles beginnt mit einer gesunden und ausgewogenen Fütterung, der besten Garantie für ein gut ausbalanciertes Mikrobiom. Dazu noch eine Mischung aus natürlichen Pre- und Probiotika:  Die gute Darmbakterien werden vor Kraft nur noch so strotzen und dein Hund – so von innen gestärkt - fröhlich durchs Leben rennen! 


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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