Wie sich dein Hund dem Stress besser anpassen kann
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Gesunder Darm, gesundes Immunsystem

Adaptogene wie Ashwagandha und Schisandra helfen dabei...

Geht es dir auch so? Wenn du an Stress denkst, dann fast automatisch an negativen Stress. Dabei ist die natürliche Stressreaktion absolut lebensnotwendig. Sie ist sogar eine der Bedingung für das Überleben deines Hundes. Ohne Stressreaktion könnte er viele Situationen überhaupt nicht einschätzen und sich folglich auch nicht angemessen verhalten.

Bei Stress ist es wie bei den meisten Dingen eine Frage von Quantität und Qualität: Gegen Stress in kleinen Mengen ist nichts einzuwenden, vor allem wenn es sich um positiven Stress handelt.

Wenn er aber anhält oder sich die Stressituationen anhäufen, dann wird aus der gesunden Anspannung krankmachender Druck mit schwerwiegenden Folgen für das Immunsystem und für die Gesundheit deines Hundes allgemein.

 

Wodurch wird Stress überhaupt verursacht?

 

Der erste Gedanke ist sicherlich: Alle Situationen, die z.B. Angst oder Unwohlsein begünstigen. Denn wir verbinden den Begriff Stress fast automatisch mit psychischem Stress. Der psychischer Stress ist aber nur ein Aspekt, denn im Grunde kann fast alles Stress verursachen.

 

Zu den Stressoren gehören zum Beispiel:

  • Erkrankungen, Schock, chirurgische Eingriffe,
  • (andauernde) Reizüberflutung,
  • Falsche Fütterung (bei Allergien und Unverträglichkeiten, Nährstoffmangel, Hungerzustand…),
  • Umwelteinflüsse (Kälte, Hitze, Gewitter, …),
  • Starke körperliche Belastung (z.B. im Hundesport),
  • Schlafentzug (z.B. durch häufige Störungen), ungenügende Ruhephasen,

Hinzu kommen noch psychische Stressoren wie

  • Angstzustände,
  • Einsamkeit,
  • Trauer,
  • große Veränderungen (neuer Hund, Ankunft eines Babys, Tierpension, Ortswechsel im Urlaub)
  • Traumata

 

Wie es deinem Hund gelingt, Stress zu regulieren

 

Im Organismus deines Hundes schalten sich gleich drei verschiedene Systeme ein, wenn es darum geht, auf eine Stresssituation zu reagieren. Das sind:

  • Das endokrine System, also die Hormone,
  • Das zentrale Nervensystem, insbesondere das vegetative Nervensystem, das die unbewusst ablaufende Prozesse steuert (Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel…) und
  • Das Immunsystem

 

Sobald der Organismus Stressoren wahrnimmt, kommt es zu einer Anpassungsreaktion in 3 Stufen:

 

Die Alarmreaktion

Das ist die erste Reaktion des Körpers auf Stressoren. In dieser Phase werden Hormone, Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Das ist eine sehr sinnvolle Stressreaktion, der Körper deines Hundes wird darauf vorbereitet, auf den Stressfaktor mit Flucht oder Kampf zu reagieren.

In dieser Phase läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Der Organimus braucht im Flucht- oder Kampfmodus extrem viel Energie. Der Blutdruck, die Pulsfrequenz und der Blutzuckerspiegel steigen, während das Verdauungssystem heruntergefahren wird.

Die Alarmreaktion ist also eine  starke Überreaktion des Organismus, der sich anschließend gut wieder reguliert, sofern er die Möglichkeit hat, sich ausreichend zu erholen.

 

 Der Widerstand
Der Widerstand tritt dann ein, wenn der Stress anhält und der Organismus die Stressoren aushalten bzw. bewältigen muss. Auch in dieser Phase wird sehr viel Anpassungsenergie verbraucht. Wie lange ein Hund diesen Zustand ohne gesundheitlichen Folgen überstehen kann, lässt sich nicht allgemein vorhersagen.

 

Die Erschöpfung

Wenn der Körper zu lange unter Stress steht, kann keine Anpassungreaktion mehr stattfinden. Die Energiereserven sind aufgrund des chronischen Stress erschöpft.

 

Wie Stress und Immunsystem zusammenhängen


Wenn dein Hund dauerhaft oder häufig unter Stress steht, dann wird es sein Immunsystem schwächen. Warum? Weil die Stressreaktion – insbesondere dann, wenn sie über die Alarmreaktion hinausgeht, sehr viel Energie verbraucht. Du hast bestimmt schon festgestellt, dass gestresste Hunde häufig (zu) dünn sind: Das lässt sich dadurch erklären, dass sie aufgrund des erhöhten Energieverbrauchs auf ihre Reserven zurückgreifen müssen. Die Abmagerung ist eines der äußerlichen Symptome, aber auch die Fellbeschaffenheit lässt gute Rückschlüsse auf chronischen Stress ziehen. Nicht immer so offensichtlich sind die Erschöpfung oder Erkrankungen, die als Folge des anhaltenden Stress auftreten.

Zu dem hohen Energieverbrauch kommt beim chronischen Stress noch die herabgesetzte Fähigkeit, freie Radikale zu neutralisieren. Freie Radikale enstehen eigentlich bei ganz normalen Stoffwechselprozessen. Wenn sie nicht mehr ausreichend bekämpft werden können, entsteht oxidativer Stress. 

Außerdem beeinträchtigt chronischer Stress das Immunsystem, weil Cortisol dauerhaft erhöht ausgeschüttet wird. Dadurch sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen, die ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems darstellen.

 

Es muss nicht immer so weit kommen, dass Stress schädlich wird. Einerseits haben wir Hundemamas es in der Hand, die Lebensbedingungen so anzupassen, das möglichst wenig Stress entsteht. Dann verfügt ja der Organismus über gut funktionierende Anpassungsmechanismen. Und wir können auch mit natürlichen Mitteln nachhelfen und die Stressresistenz unserer Hunde erhöhen. Hier kommen die Adaptogene ins Spiel.

 

 


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Die Kraft der Adaptogene: Dem Stress leichter standhalten

Adaptogene helfen deinem Hund dabei, effektiver gegen den Einfluss von Stressoren zu reagieren.

Es sind Pflanzenstoffe, die es deinem Hund ermöglichen, in Stressphasen

  • mehr Anpassungsenergie zu mobilisieren,
  • Seinen Cortisolspiegel zu modulieren und
  • Die Hormonproduktion wieder zu normalisieren.

Die Hauptwirkung ist also die bessere Anpassung seines Organismus in Stresssituationen. Viele verschiedene Pflanzen und Pilze zählen zu den Adaptogenen, die vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda benutzt werden. 

Hier sind 2 bewährte adaptogene Pflanzen, die deinen Hund auf verschiedenen Wege unterstützen, den Stress zu bewältigen.

 

 Ashwagandha

(Schlafbeere, Winterkirsche, indischer Ginseng, Withania somnifera)

 

Die Ashwagandha-Pflanze gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und wächst vor allem in Indien, Pakistan, Sri Lanka undin Teilen Afrikas (Es ist aber auch möglich, sie hierzulande anzubauen). Im Ayurveda werden die getrockneten Wurzeln verwendet.

 

Hauptwirkungen: Adaptogen, entzündungshemmend, antioxidativ
Während die meisten Adaptogene anregend wirken, ist Ashwagandha beruhigend, da sie den Cortisolspiegel senkt.  

 

Ashwagandha hat sich in vielen verschiedenen Bereichen bewährt, wie

  • Angstzustände, Nervosität,
  • Schlafstörungen (z.B. bei älteren Hunden mit kognitiver Dysfunktion)
  • Erschöpfung,
  • Immunmodulation bei Autoimmunerkrankungen
  • Eisenmangelanämie (aufgrund des hohen Eisengehalts)
  • Arthritis (aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung)
  • Es gibt Studien, eine Neuregulierung der Schilddrüse bei Unterfunktion annehmen lassen.

 

Schisandra

(Schisandra chinesis, chinesische Beerentraube,  Chinesische Spaltkörbchen,  Wu Wei Zi)

Die Schisandra-Pflanze gehört zur Familie der Magniolien. Sie wird vor allem in China angebaut, wo sie ein fester Bestandteil der TCM ist. Verwendet werden die Früchte und die Samen.

 

Der chinesische Name Wu Wei Zi bedeutet “Frucht der fünf Geschmäcker”, weil die Beeren alle Geschmacksrichtungen vereinen: süß, sauer, bitter, scharf und salzig.

 

Hauptwirkungen: Adaptogen, antioxidativ, enzündungshemmend, immuntonisierend

 

Aufgrund ihrer Wirkung auf das Nerven-, Immun- und endokrine System hat sich die

Schisandra vor allem in folgenden Bereichen bewährt: 

  • Steigerung der Leistung
  • Erschöpfung
  • Starke Stressbelastung
  • Allergien

 

Die Wirkung von Schisandra auf das Nervensystem geht in beide Richtung. Die Pflanze steigert einerseits die Reflexe und die geistige Aktivität. Andererseits ist sie beruhigend und wird bei Ängsten und Stress erfolgreich eingesetzt.

 

Ashwagandha und Schisandra können also eine große Hilfe bei der Stressbewältigung leisten. Ihre Wirkung wird sich aber erst dann gut entfalten, wenn du auf die Lebensbedingungen deines Hundes gut achtest. Überprüfe vor allem regelmäßig, ob sein Futter artgerecht und ausgewogen ist und ob er ausreichend Ruhe bekommt. Und vermeide natürlich so gut wie möglich Situationen, die einen chronischen Stress auslösen könnten. So schützt du das Immunsystem deines Hundes und legst den sicheren Grundstein für seine Gesundheit.


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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