Bedürfnisorientiertes Hundetraining: Deinen Hund besser verstehen und fördern

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Hundetraining Positive Psychologie

Das Verhalten deines Hundes bereitet dir manchmal Probleme? Er zeigt Territorialverhalten? Er zieht an der Leine? Oder geht sehr oft jagen?

 

Möglicherweise hast du einen Angsthund zuhause und möchtest ihm so gern helfen.

 

Und weil du das Verhalten deines Hundes ändern möchtest, um euer Zusammenleben harmonischer zu gestalten, steht Hundetraining ganz oben auf eurem Programm. Doch Training ist nicht gleich Training ...

Wie Hundetraining oft funktioniert

Vorab angemerkt: Hier ist nicht die Rede von Hundetraining mit aversiven Methoden, bei denen mit Angst, Unterdrückung und sogar mit Schmerz gearbeitet wird.

 

Aber auch im freundlichen Hundetraining liegt das Augenmerkt oft auf die Fehler deines Hundes. In einem Erstgespräch wird man dich fragen, wo die Probleme liegen und dir Lösungen anbieten, um diese aus der Welt zu schaffen.

 

Dabei konzentrierst du dich immer darauf, was gerade schief läuft.

Perspetivwechsel: Für einen neuen Blickwinkel im Hundetraining

Hier kommt das wundervolle Buch von Maria Hense und Christina Sondermann ins Spiel: „Perspektivwechsel-Positive Psychologie für Hunde–Stärken fördern statt Schwächen bekämpfen".

 

In diesem Buch beschreiben sie Schritt für Schritt den Weg in eine ganz neue Dimension des Hundetrainings. Mit Hilfe der positiven Psychologie wirst du deinen Hund mit ganz anderen Augen betrachten und ihm ein entspanntes Leben ermöglichen, indem er seine Persönlichkeit ausleben darf.

 

Hier denkst du vielleicht „Aber dann geht er doch noch viel öfter jagen“ oder „wenn es nach seinem Kopf geht, hört er nie mehr wieder auf, alle Passanten am Zaun zu verbellen“.

 

Die positive Psychologie wirkt hier wie ein Türöffner: Du wirst die Emotionen und das Wohlbefinden so positiv beeinflussen, dass euer Training viel entspannter Früchte tragen wird.

Positive Psychologie: Um deinen Hund besser zu verstehen

In diesem Artikel bekommst du einen Einblick in das Buch. Ich gebe hier gern die Sicht der Autorinnen wider, wie sie sie in ihrem Werk beschreiben.

Der Ansatz der positiven Psychologie ist bei Menschen längst erprobt. Heute findet er glücklicherweise immer öfter den Weg ins Hundetraining. Und das nicht nur bei „Problemfällen“.

 

Martin Seligman, der Begründer der positiven Psychologie, sieht den wahren Sinn der psychologischen Behandlung darin, „Gemütszustände auf- und auszubauen, die das Leben lebenswert machen“.

Wenn du diesen Gedanken auf deinen Hund überträgst, bedeutet das, dass du dich darauf konzentrierst, sein Wohlbefinden, seine Stärken, seine positiven Emotionen und seine Selbstwirksamkeit zu fördern.

 

Statt sich auf Defizite und Probleme zu fokussieren, setzt die positive Psychologie darauf, das volle Potential deines Hundes zu entfalten, damit er ein entspanntes Leben führen darf. Und du natürlich auch.

 

Mit einem solchen Ansatz zielst du darauf ab, den emotionalen und mentalen Zustand deines Hundes zu verbessern, sowie eine tiefere Verbindung zwischen dir und ihm zu schaffen.

 

In Kurzform: Lege dein Augenmerk auf das, was dein Hund schon richtig gut kann, anstatt daran hartnäckig zu arbeiten, seine Schwächen zu bekämpfen.


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Die 3 Säulen der positiven Psychologie im Hundetraining

  • Die positive Verstärkung: Ähnlich wie bei Menschen kann ein positives Verhalten bei deinem Hund verstärkt werden. Belohnungsbasiertes Training, bei dem du das gewünschte Verhalten deines Hundes belohnst, führt nicht nur dazu, dass er lernt, was aus deiner Sicht ein „richtiges“ Verhalten ist: Es fördert auch eindeutig sein Wohlbefinden.

    Es geht weit über das „Formen“ des erwünschten Verhaltens hinaus. Indem du es deinem Hund mit häufigen Belohnen wiederholt ermöglichst, positive Gefühle zu erleben, regst du sein Gehirn dazu an, diese positiven Gefühle zu üben. Auf diesem Weg lernt dein Hund automatisch, insgesamt gelassener zu werden.                                    
  • Die Entwicklung von Stärken: Wie jeder Hund hat dein Hund individuelle Stärken und Vorlieben. Indem du diese erkennst und sie in seinen alltäglichen Aktivitäten einbezieht, wirst du sein Wohlbefinden steigern.
       
    Es ist natürlich wichtig, dass du dich dabei an die Besonderheiten deines Hundes orientierst. Wenn er sehr aktiv ist, könnte er Freude an Hundesport haben. Ist er eher der „Hundefreund“, dann wird er von häufigen Kontakten mit Artgenossen profitieren.                                                                                                                                  
  • Die positive Umgebung: Damit ist eine Umgebung gemeint, die den Bedürfnissen deines Hundes gerecht wird und zu seinem Wohlbefinden beiträgt. Dazu gehört neben den Basics (artgerechte Fütterung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, soziale Interaktionen und angemessene Ruhezeiten) auch deine bewusste Präsenz als Bezugsperson.

    Achtsames Zusammensein bedeutet, dass du gut darauf achtest, was deinem Hund guttut und ihm schenkst, was er braucht, um glücklich zu sein.

    Nimm dir also ausreichend Zeit für Interaktion, Spiel und Kommunikation mit deinem Hund. So wird eure Beziehung Tag für Tag inniger werden, was natürlich positive Emotionen hervorruft. Und nicht nur bei deinem Hund!

Für mehr Emotionen im Hundetraining

In „Perspektivwechsel – Positive Psychologie für Hunde“ gehen die Autorinnen insbesondere auf diese Emotionen ein:

  • Freude und auch Vorfreude auf Aktivitäten, die ihm besonders viel Spaß machen. Dein Hund hüpft herum, läuft positiv erregt hin und her und zeigt ein „Lachen im Gesicht“. Er ist zwar aufgeregt, aber seine Bewegungen bleiben locker und seine Muskulatur entspannt.

  • Zufriedenheit: Das ist dieses Gefühl von „Alles ist gut“, das nach einem schönen Spaziergang, bei gemeinsamen Kuschelmomenten (wenn dein Hund das mag) oder einer nahrhaften Mahlzeit entsteht.

  • Zuneigung: Diese Emotion ist ganz besonders wichtig, da sie dazu führt, dass Wohlfühlhormone ausgeschüttet werden. Diese reduzieren Stress und lindern Ängste. Ein Grund, weshalb „social support“, also die emotionale Unterstützung deines Hundes in schwierigen Situationen wie Silvester oder Gewitter absolut notwendig ist.

Wie sieht es dann in eurem Alltag aus?

Es gibt viele verschiedene Wege, die positive Psychologie im Zusammenleben mit deinem Hund umzusetzen. Im Buch werden u.a. folgende beschrieben 

  • Ziehe eine positive Bilanz 
  • Sei der Talentscout für deinen Hund, denn er ist heute schon ein Superhund
  • Achte unbedingt auf eine artgerechte Haltung und auf die Gesundheit deines Hundes: Sie beeinflussen immer sein Verhalten
  • Empowerment, um die Kreativität, die Ausdauer und die Widerstandsfähigkeit deines Hundes zu fördern.

Empowerment: Mehr Selbstwirksamkeit für deinen Hund

Eine der verschiedenen Möglichkeiten, die positive Psychologie im Zusammenleben mit deinem Hund zu integrieren, ist Empowerment.

 

Es geht darum, es deinem Hund zu ermöglichen, seine Fähigkeiten und Stärken zu entfalten und eine gewisse Kontrolle über sein Leben und seine Umgebung zu haben.

 

Für dich bedeutet das, dass du deinen Hund in die Lage versetzt, positive Entscheidungen zu treffen, Herausforderungen zu bewältigen und als Folge auch sein Wohlbefinden zu steigern.

 

Der Ursprung des Empowerment-Ansatzes liegt in der Idee, dass Individuen, seien es Menschen oder Tiere, ihr volles Potenzial erst dann ausschöpfen, wenn sie bei ihren Taten das Gefühl der Selbstwirksamkeit verspüren.

Was kannst du tun, um deinem Hund mehr Selbstwirksamkeit zu ermöglichen

Hier sind einige Angebote:

 

  • Biete deinem Hund Wahlmöglichkeiten an: Du kannst deinem Hund die Möglichkeit geben, zwischen verschiedenen Aktivitäten oder Spielzeugen zu wählen, zwischen verschiedenen Kauartikeln oder ihn auf dem Spaziergang entscheiden lassen, welchen Weg ihr geht.

    Das stärkt sein Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung.                                         
  • Biete deinem Hund Spiele und Aktivitäten an, die ihn dazu ermutigen, aktiv mitzumachen und Entscheidungen zu treffen.

    Das fördert sein Selbstvertrauen.

  • Biete deinem Hund Suchspiele und Schnüffelarbeit an. Das er seine natürlichen Fähigkeiten, Dinge aufzuspüren erfolgreich einsetzen darf, vermittelt ihm ein positives Gefühl der Selbstwirksamkeit.

  • Biete ihm etwas Neues an: Übungen, bei denen der Hund neue Fähigkeiten erlernt und angemessen herausgefordert wird. Die Erfolge, die er beim Meistern seiner neuen Aufgaben erlebt, stärken sein Selbstbewusstsein.

  • Biete positive Interaktionen mit anderen Hunden und Menschen an: Diese sollten ihn natürlich nicht überfordern. Wenn sie seinen aktuellen Fähigkeiten entsprechen, stärken sie sein Selbstvertrauen und zeigen ihm, dass es sich lohnt, sich in sozialen Situationen einzubringen.

Erfolge im Hundetraining sind vorprogrammiert!

Zusammengefasst wirkt sich Empowerment positiv für deinen Hund aus

 

  • Hunde, die die Möglichkeit haben, Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen zu meistern, entwickeln ein höheres Selbstvertrauen und mehr Selbstwertgefühl.
    Sie sind besser in der Lage, mit Stress umzugehen, da sie gelernt haben, dass sie ihre Umwelt aktiv beeinflussen dürfen und können. Dadurch, dass sie aktiv an ihrem Wohlbefinden und an ihrer Entwicklung teilhaben, fühlen sie sich glücklicher und entspannter.
  • Empowerment steigert die Leistungsfähigkeit deines Hundes: Wenn du ihn oft Entscheidungen treffen und Probleme lösen lässt, werden seine kognitiven Fähigkeiten effektiv gefördert. Das wird euch beim gezielten Hundetraining die größte Hilfe sein.

  • Indem du dich als vertrauenswürdiger und zuverlässiger Partner und Unterstützer an der Seite deines Hundes zeigt, wirst du eure Bindung stärken.

 

Egal wie gechillt dein Hund jetzt schon ist, denke immer wieder daran, Ansätze der positiven Psychologie in eurem Leben zu integrieren. Es ist vielmehr eine Frage der Einstellung als des gezielten Hundetrainings. Denn vieles findet im alltäglichen Zusammenleben statt und nicht nur zu bestimmten Zeiten auf dem Hundeplatz.

 

Freue dich auf alles, was dein Hund schon richtig gut macht. Konzentriere dich auf seine Stärken und baue sie aus, anstatt seine vermeintlichen Schwächen „wegtrainieren“ zu wollen.

Biete ihm Beschäftigungen an, die ihm Spaß machen und ihn manchmal auch ein bisschen herausfordern (ohne dass Frust entsteht!). So wird er über seine Grenzen hinauswachsen und das gute Gefühl erleben dürfen, sein eigenes Leben selber gut zu meistern.


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Die Autorinnen des Buches

 

Maria Hense und Christina Sondermann:  

Perspektivwechsel - Positive Psychologie für Hunde - Stärken fördern statt Schwächen bekämpfen

 

Maria Hense: www.tierartzt-praxis-hense.de

Christian Sondermann: www.spass-mit-hunden.de



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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

 
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