Blähungen beim Hund: Harmlos oder Warnzeichen?

Du sitzt abends entspannt mit deinem Hund auf der Couch und… Puuh! Plötzlich erreicht dich eine unerträgliche Duftwolke. Dein Hund hat vielleicht selbst kurz gestaunt und nach dem Grund für das begleitende Geräusch gesucht. Er schlummert aber bald wieder ein. Und du fragst dich: „Ist diese Pupserei eigentlich normal?“
Die gute Nachricht vorab: Ein Pups ist erst mal kein Grund zur Panik. Genau wie bei uns Menschen entstehen Gase im Verdauungstrakt und müssen ab und zu einfach raus. Blähungen sind also nicht automatisch ein Zeichen für eine Krankheit.
Doch wo zieht man die Grenze? Wann ist es noch normal und wann ruft der Darm deines Hundes eigentlich um Hilfe?
In diesem Artikel möchte ich dir dabei helfen, die zwischen harmlosen und behandlungsbedürftigen Blähungen zu unterscheiden.
Was sind Blähungen eigentlich?
Blähungen (in der Fachsprache Flatulenz) sind einfach nur Gase, die im Magen-Darm-Trakt entstehen und ihn über den After wieder verlassen.
Es gibt zwei Hauptwege für die Bildung von Gasen im Verdauungstrakt:
Luft von außen (Aerophagie): Dein Hund schluckt beim Fressen, Trinken oder vor lauter Aufregung einfach zu viel Luft mit. Diese Luft wandert einmal durch Magen und Darm und verlässt dann den Körper meist geruchslos wieder.
Gase von innen: Wenn Darmbakterien die Nahrung zersetzen, entstehen als Nebenprodukt Gase wie Kohlendioxid, Methan oder Wasserstoff. Das ist ein völlig normaler, physiologischer Vorgang, solange eine moderate Menge Gas produziert wird, die leicht und ohne Schmerzen oder Bauchgrummeln wieder entweicht.
Wenn die Blähungen zu stark werden, deutet es darauf hin, dass die Verdauung nicht reibungslos funktioniert. Dann wird es Zeit, nach den Ursachen zu suchen.
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Warum Blähungen entstehen
Wenn die Pupserei über das normale Maß hinausgeht, ist das meist ein Zeichen dafür, dass die Verdauung nicht rundläuft. Und das kann verschiedene Auslöser haben.
Der Grund für Blähungen liegt oftmals im Napf
Logischerweise spielt die Zusammensetzung des Futters eine bedeutende Rolle und der Grund für Blähungen liegt oftmals im Napf.
viele schwer verdauliche Zutaten wie minderwertiges Fleisch mit hohem Anteil an Bindegewebe oder ein Übermaß an Kohlenhydraten überfordern die Verdauung.
Ein plötzliches Zuviel an Fett oder ungewohnt viele Ballaststoffe führen oft zu verstärkter Gasbildung.
Futterunverträglichkeiten können ebenfalls die Ursache für starke Blähungen sein.
Leckerlis und Kauartikel bestehen nicht immer auch hochwertigen Zutaten und werden von sensiblen Hunden schlecht vertragen.
Wenn die Darmflora kippt (Dysbiose)
In einer gesunden Darmflora nehmen die „nützlichen“ Bakterien den ganzen Platz ein und lassen den sogenannten „Gasbildnern“ nur wenig Raum, um sich zu vermehren. Doch dieses Gleichgewicht wird leicht durch die Gabe von Antibiotika, Wurmkuren, minderwertiges Futter oder Umweltgifte bedroht.
Dann können sich die Gastbildner rasant entwickeln, die die Nahrung nicht ordentlich zersetzen, sondern Fehlgärungen entstehen lassen. Eine der Folge sind Blähungen, wobei eine gestörte Darmflora andere weitreichende Folgen haben kann, die die Darmgesundheit deines Hundes beeinträchtigen.
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5 Tipps zum Darmflora-Aufbau beim Hund: Hausmittel, die wirklich helfen
Stress: Warum Anspannung den Darm lähmt
Stress wird als Ursache für Verdauungsbeschwerden oft stark unterschätzt. Dabei stehen das Gehirn und der Darm über die sogenannte Darm-Hirn-Achse in ständigem Austausch.
Wenn ein Hund unter Stress steht (sei es durch Lärm, Veränderungen im Alltag oder Trennungsangst), schüttet der Körper Hormone wie Cortisol und Adrenalin aus, die seinen Körper wie bei einer echten Gefahr in Alarmbereitschaft versetzen. Der Darm wird weniger durchblutet und die Verdauung läuft langsamer. Die Nahrung bleibt also länger liegen und beginnt dann zu gären. So entstehen verschiedene Verdauungsprobleme, darunter auch Blähungen.
In meiner Praxis ist Stressabbau oft ein absoluter „Game-Changer“ in der Behandlung von Magen- und Darmproblemen.
Geruchlos oder "Stinkbombe" Was der Geruch von Blähungen verrät
Die Duftnote, die Blähungen verbreiten, kann gute Hinweise für die Ursachenforschung liefern. So deutet der gelegentlichhe geruchslose Pups meistens auf etwas verschluckte Luft hin und ist in der Regel völlig harmlos.
Dahingegen entsteht der „Stinker“ aufgrund von Gärungs- und Fäulnisprozessen im Darm. Der Geruch nach faulen Eiern wird durch Schwefelverbindungen verursacht und deutet oft auf eine schlechte Eiweißverdauung.
Ein säuerlicher Geruch ist oft ein Zeichen dafür, dass Kohlenhydrate im Dickdarm vergären.
In beiden Fällen und vor allem wenn die Blähungen deines Hundes zum Alltag gehören, solltest du die Darmgesundheit und die Fütterung deines Hundes überprüfen lassen.
Laut oder leise: Warum die Akustik meist harmlos ist
Die Lautstärke hängt vor allem von mechanischen Faktoren ab. Im Sitzen bzw. beim Hinsetzen ist oft mehr Spannung auf dem Schließmuskel als im Liegen. Da kann ein Pups schnell mal entfleuchen und es besteht in aller Regel kein Handlungsbedarf.
Dann gibt es noch die „Undercover-Pupse“, die du weder hörst noch riechst. Meistens schläft dein Hund und sein Schließmuskel ist so entspannt, dass die Luft lautlos hinausgleitet. Dass dabei kein Geruch entsteht, spricht für eine gute Darmgesundheit. Für dich ist es einfach so, als würde dein Hund gar nicht pupsen.
Ein klarer 3-Schritte-Plan gegen Blähungen
Wenn Blähungen sehr häufig auftreten bzw. stechend oder faulig riechen, dann solltest du zuerst überprüfen, ob die Fütterung passt.
Für eine Weile alle „Extras“ streichen: Getrocknete Schweineohren, Ochsenziemer & Co. sind extrem bindegewebsreich und deshalb schwer verdaulich. Das führt zu Fehlgärungen im Darm und nicht selten zu Blähungen. In vielen Fällen ist das Problem durch diese einfache Maßnahme gelöst.
Das Schlingen reduzieren: Dazu gibt es spezielle Näpfe, du kannst auch große Steine in den Napf legen, um die Futteraufnahme zu verlangsamen. Sorge aber auch für eine stressfreie Atmosphäre bei der Fütterung. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass du deine Hunde getrennt voneinander fütterst.
Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, solltest du Darmflora und Darmschleimhaut gezielt untersuchen lassen. Deine Tierheilpraktikerin wird dich bei der richtigen Vorgehensweise dabei unterstützen.
Achtung: Einfach auf Verdacht Probiotika zu geben, kann die Blähungen sogar verschlimmern.
Ein Pups ab und an gehört zum Hundeleben dazu und ist in den allermeisten fällen kein Grund zur Sorge. Mit ein bisschen Beobachtung und kleiner Veränderungen im Napf wirst du auch häufigere Blähungen in den Griff bekommen.
Wiederkehrende, stark riechende Blähungen hingegen sind oft mehr als nur „ein bisschen Luft“ – sie sind ein Hinweis darauf, dass im Darm deines Hundes eine Behandlung braucht. Vor allem dann, wenn weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall noch hinzukommen.
Der erste Impuls ist dann oft, selbst mit verschiedenen Futterexperimenten oder einem Probiotikum „auf Verdacht“ gegenzusteuern. Manchmal hilft das kurzfristig. Häufig kehren die Beschwerden jedoch zurück, weil der Darm deines Hundes keine Einzelversuche braucht, sondern eine fundierte Diagnostik und aufeinander abgestimmte Maßnahmen.
Genau dabei unterstütze ich dich in meiner individuellen Darmbehandlung. Wenn du dir meine persönliche Begleitung wünschst,
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Du hast Fragen?
Hier findest du dir wichtigsten Antworten.
1. Wie oft darf ein Hund eigentlich pupsen?
Ein gelegentlicher Pups ist normal. Auffällig wird es, wenn dein Hund täglich sehr häufig pupst, oder wenn Begleitsymptome dazukommen (Bauchgrummeln, Unruhe, weicher Kot, Durchfall, Schmerzen). Dann lohnt es sich, den Darm genauer untersuchen zu lassen. Eine umfangreiche Kotuntersuchung wird viele Informationen über die Darmflora und die Darmschleimhaut liefern. Frag mich gern, wenn du mehr wissen möchtest.
2: Sind stinkende Pupse beim Hund ein Warnzeichen?
Sehr übler Geruch entsteht oft, wenn im Darm Gärungs- oder Fäulnisprozesse laufen. Das kann z. B. mit schwer verdaulichen Bestandteilen, zu vielen Extras, einer ungünstigen Darmflora oder einer gereizten Darmschleimhaut zusammenhängen. Ein einzelner „Stinker“ nach einem Kauartikel ist noch kein Drama. Wenn es aber zum Alltag gehört, ist das ein gutes Argument für Ursachenforschung. Melde dich gern bei mir, wenn wir das gemeinsam angehen sollen.
3: Kann Stress wirklich Blähungen auslösen?
Ja. Darm und Nervensystem stehen in enger Verbindung. Stress kann die Verdauung verlangsamen, die Darmbewegung verändern und dazu führen, dass Futter länger liegt und eher gärt. Typisch ist: Blähungen nehmen in stressigen Phasen zu (Besuch, Umzug, neue Routine, Alleinbleiben, viel Trubel). Stress muss nicht immer der Auslöser von Darmerkrankungen sein, kann sie aber verstärken.
4: Was kann ich sofort tun, wenn mein Hund plötzlich mehr Blähungen hat?
Kauartikel, neue Snacks, Essen vom Tisch… etc für einige Tage wirklich konsequent streichen.
Langsames Fressen fördern (Schlingen reduzieren, für eine ruhige Atmosphäre sorgen).
Beobachten und notieren: Wann tritt es auf? Nach welchem Futter? Mit Kotveränderung oder ohne?
Wenn es nach ein paar Tagen nicht besser wird oder Symptome dazukommen, ist der nächste Schritt ein strukturierter und professioneller Blick auf Fütterung und Darmgesundheit.
5: Soll ich bei Blähungen einfach ein Probiotikum geben?
Nicht automatisch. Probiotika können sinnvoll sein – aber „auf Verdacht“ können sie Blähungen auch verstärken, besonders wenn bereits viele Gasbildner aktiv sind oder die Schleimhaut gereizt ist. Oft ist es klüger, zuerst nach den Ursachen zu suchen und systematisch vorzugehen: Was braucht dein Hund wirklich? Und in welcher Reihenfolge? Eine strukturierte Vorgehensweise wird den Unterschied machen.
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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin.
Mein Herzenswunsch? Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben.
