Ein Blick in den Impfausweis ... und was er dir verrät
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Es ist wieder so weit

Die übliche Postkarte von deinem Tierarzt flattert ins Haus – heute ist es meistens eine SMS-Botschaft –  Er erinnert dich daran, dass die Impfung deines Hundes „fällig“ ist. Du sollst also möglichst bald einen Termin vereinbaren und  alles brav „auffrischen“.

In Corona-Zeiten ist es ohnehin keine gute Idee, ohne Not zum Tierarzt zu gehen. Und du brauchst tatsächlich nichts zu überstürzen. Dein Hund ist meistens länger geschützt, als im Impfausweis steht.

 

Nimm dir stattdessen einen Moment Zeit, um einen Blick in den Impfausweis deines Hundes zu werfen. Achte besonders darauf, wie oft er geimpft wurde und gegen welche Erkrankungen.

Bei sehr vielen Hunden sieht es so aus: Sie werden zu oft geimpt, gegen zu viele Erkrankungen und vor allem gegen zu viele auf einmal geimpft.

·         Wird dein Hund zu oft geimpft?


Obwohl der Bundesverband praktizierender Tierärzte klare Empfehlungen herausgibt, die Impfwiederholungen für Staupe, Hepatitis und Parvovirose alle drei Jahre vorsehen, impfen noch zu viele Tierärzte jährlich dagegen. Das ist völlig unnötig.

Die Leitlinen zur Impfung von Kleintieren kannst du herunterladen.

https://m.tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/leitlinien/impfleitlinien/2019_02_01_Impfleitlinie_Kleintiere.pdf

Auf internationaler Ebene geht die WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) noch einen Schritt weiter und empfiehlt, die Wiederholungen „nicht öfter als alle 3 Jahre“ durchzuführen. Sie begründet dies damit, dass „die Dauer der Immunität  viele Jahre beträgt und auch lebenslang sein kann“.

 

 

·         Wird dein Hund gegen zu viele verschiedene Erkrankungen geimpft?


Während manche Erkrankungen wirklich gefährlich sind – und dagegen sollte dein Hund geschützt sein – sind andere zumindest bei Familienhunden ganz problemlos heilbar. Deshalb ist es nicht nötig, dass dein Hund eine Kombinationsimpfung mit 5 oder mehr verschiedenen Impfstoffen erhält.

Gegen manche Erkrankungen ist es sogar umstritten, ob der Schutz durch den Impfstoff im Ernstfall wirklich greifen würde.

 

·         Wird dein Hund gegen zu viele Erkrankungen gleichzeitig geimpft?


Eine Impfung stellt immer eine Belastung des Organismus dar. Die Belastung steigt natürlich mit der Anzahl der Impfstoffe, die gleichzeitig verabreicht werden. Deshalb ist es sinnvoll, dass du verschiedene Termine vereinbarst, wenn dein Hund gegen mehrere Erkrankungen immunisiert werden soll.

 

Weil wir Menschen bei weitem nicht so oft geimpft werden wie unsere Hunde, wissen wir meistens nicht mehr so genau, wie man sich nach einer Impfung fühlt. Lokale Reaktionen wie Brennen, Schmerzen, Verhärtungen und Schwellungen an der Einstichstelle, aber auch Fieber oder Abgeschlagenheiten sind normale Reaktionen der körpereigenen Abwehr auf den Impfstoff. Je mehr verschiedene Impfstoffe auf einmal verabreicht werden, um so stärker wird das Immunsystem reagieren. Hier ist nicht von schweren Nebenwirkungen oder sogar von Impfschäden die Rede. Aber auch diese eher harmlosen Beschwerden kannst du deinem Hund (teilweise) ersparen, in dem du Impfstoffe möglichst einzeln verabreichen lässt.

 

Eine Impfung ist nicht nur ein kleiner Pieks

 

Konntest du diese 3 Fragen mit „nein“ beantworten? Wunderbar! Du bist dir nicht ganz sicher? Sei beruhigt, es geht vielen Menschen so wie dir. Es ist aber wichtig, dass du Klarheit darüber bekommst, wogegen und wie oft dein Hund geimpft wird.

 

Es geht schließlich um seine Gesundheit. Und gerade deshalb sollte Dein Hund nicht pauschal geimpft werden, ohne einen Blick darauf zu werfen, wogegen er wirklich geschützt werden muss.

 

Eine Impfung ist nicht nur ein kleiner Pieks. Es liegt in deiner Verantwortung für den Schutz  deines Hundes zu sorgen und ihm gleichzeitig eine unnötige Impfbelastung zuzumuten. Beides ist  möglich.


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