Kalt erwischt: Dein Hund hat eine Blasenentzündung
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Kalt erwischt: Dein Hund hat eine Blasenentzündung

Draußen ist es kalt und feucht, und auch für die Hunde total ungemütlich. Und genauso wie wir Menschen können sie sich verkühlen. Dann droht die Blasenentzündung!  

 

Obwohl Harnwegsinfekte schon fast zum Winteralltag gehören, solltest du sie nicht verharmlosen. Natürlich können sich Hunde verkühlen. Anders als eine ganz gewöhnliche Erkältung,  es ist nicht so, dass eine Blasenentzündung „3 Tage kommt, 3 Tage bleibt und 3 Tage geht“. Vor allem ist sie nicht nur unangenehm, sondern sehr schmerzhaft. Das alleine ist Grund genug, um die Erkrankung ernst zu nehmen. Hinzu kommt, dass verschleppte Harnwegsinfekte chronisch werden können. Deshalb ist es wichtig, Blasenentzündungen rechtzeitig zu erkennen und auch den Ursachen zu suchen, um sie später zu vermeiden.

 

Was hat denn die Blasenentzündung mit dem Wetter zu tun?

 

Der Harnapparat ist durch seine anatomische Beschaffenheit sehr gut vor Erregern geschützt. Die Schleimhäute verfügen über fantastische Abwehrmechanismen, Urin wirkt antibakteriell und der regelmäßige Harnabsatz hält Eindringlinge ganz zuverlässig fern.

 

Die Kälte selbst verursacht keine Entzündung. Ist der Körper der Kälte ausgesetzt, muss er sich „anstrengen“, um seine eigene Temperatur aufrecht zu erhalten. Das strapaziert natürlich das Immunsystem. Um den Körper warm zu halten, verengen sich die Blutgefäße, die Durchblutung ist dadurch beeinträchtigt. Die sonst so effektiven Schleimhäute können, wenn sie schlecht durchblutet sind, weniger Abwehr leisten, um die vorhandenen Keime erfolgreich zu bekämpfen. Das gilt vor allem dann, wenn das Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist.

 

Deshalb werden winterliche Temperaturen bei einem Hund mit starkem Immunsystem kaum etwas ausrichten können. Hunde, die durch Vorerkrankungen, falscher Fütterung oder Stress bereits geschwächt sind, sind entsprechend schneller betroffen.

 

  

 Was passiert bei einer Blasenentzündung?
  1.  Die Erreger gelangen über die Harnröhre in die Harnblase…
  2.  ... und vermehren sich dort.
  3.  Durch die hohe Erregeranzahl entzündet sich die Blasenschleimhaut.
  4.  Die angegriffene Schleimhaut kann die Erreger nicht ausreichend abwehren.
  5.  Diese Entzündungsreaktion verursacht in der Regel die typischen Symptome.
  6.  Die gereizte Blasenwand reagiert viel schneller auf Dehnungssignale 
    (wenn die Blase voller wird) und „meldet“ sich schneller für eine Entleerung.

 


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 Wer sind denn bloß diese bösen Erreger?

 

Die Erreger sind in den meisten Fällen Bakterien aus der Umgebung, also aus der Vagina bzw. der Vorhaut und aus dem Enddarm. Am häufigsten werden  darmspezifischen Bakterien wie E-coli-Bakterien (Escherichia coli) im Harn gefunden.

 

Symptome: Diese Zeichen trügen nicht


Besonders auffällig ist der erschwerte und/oder schmerzhafte Harnabsatz. Die Hunde „müssen“ ständig, setzen aber nur ein  paar Tröpfchen Urin ab. Das liegt einerseits an den Schmerzen, andererseits daran dass die Blase trotz Harndrang nicht richtig voll war. Der Urin kann trüb sein und „streng“ riechen.  In schweren Fällen ist Blut im Urin mit bloßem Auge sichtbar.

 

Auch das Verhalten deines Hundes kann sich bei einer Blasenentzündung ändern. Aufgrund der Schmerzen und des Unwohlseins zeigt er möglicherweise viele Stresssymptome und und ist besonders unruhig. Wenn die Hunde zusätzlich Fieber haben, sind sie meisten sehr abgeschlagen.

Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Symptome und der Ergebnisse einer Harnuntersuchung. Hier wird vor allem geschaut, welche bakteriellen Erreger sich im Harn befinden und in welchen Mengen. Meistens wird Spontanurin aufgefangen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass sich zusätzlich zu den Bakterien aus der Blas auch Bakterien aus der Umgebung (Vagina, Vorhaut, Darm) in der Probe befinden.

 

Gehört dein Hund zur Risikogruppe?

In aller erster Linie erkranken Hunde mit schwachem Immunsystem, insbesondere wenn einer oder mehrere der folgenden Faktoren ebenfalls bestehen:

 

  • Das Geschlecht: Hündinnen haben eine kürzere Harnröhre, somit können Erreger leichter in die Blase aufsteigen.

  • Die Kastration: Die Schließmuskel sind dadurch geschwächt, was einerseits zur Inkontinenz und Blasenschwäche führen kann, aber auch das Aufsteigen der Erreger in die Blase erleichtert.

  • Die Harnverhaltung: Wenn ein Hund nicht mehr ausreichend urinieren kann, z.B. als Folge eines Bandscheibenvorfalls, werden vorhandene Erreger nicht mehr ausreichend ausgespült. Gleiches gilt bei Blasenfunktionsstörungen (zum Beispiel bei Nervenerkrankungen).

  • Hunde, die Harngries bzw. Harnsteine entwickeln, neigen zu häufigen Blasenentzündungen.

  • Hunde, die an Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus erkrankt sind, haben häufiger Blasenentzündungen.

  • Fettleibige Hunde leiden vermehrt unter Harnwegsinfekten.

 

Wie kannst du vorbeugen?

Das allerwichtigste ist - wie so oft - ein starkes Immunsystem. Die Abwehr kannst du  in erster Linie mit

  • einer artgerechten und ausgewogenen Fütterung,
  • einer gesunden Darmflora und
  • mit einem stressarmen Leben

unterstützen.

 

Wenn dein Hund bereits geschwächt ist und vielleicht zu den Risikogruppen gehört, dann solltest du ihn tatsächlich im Winter vor Kälte schützen.

 

Hilfreich ist es auch, deinen Hund zum trinken zu animieren.  Hierzu kannst du sein Wasser mit etwas Joghurt, Sahne oder salzarmer Brühe aufbessert. 

 

Kleiner Tipp: Lass deinen Hund – und vor allem deinen Welpen - nicht zu häufig sitzen, auch wenn der "Sitz" zu den beliebtesten Übungen zählt.

Im nächsten Beitrag zeige ich dir, wie du eine Blasenentzündung auf natürlichem Wege behandeln kannst. Bleib also dran….


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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