Wie du den Zwingerhusten schnell erkennst und wirksam behandelst
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Erkenne die Symptome des Zwingerhustens und pflege deinen Hund schnell wieder gesund.

Dein Hund hustet anfallsartig und würgt, als würde er einen Fremdkörper im Hals loswerden wollen. Ist der Anfall vorbei, trottet er munter weiter … bis zum nächsten Hustenanfall. Am schlimmsten ist es an der kalten Luft und auch in der Nacht: Seine Atembeschwerden lassen ihn kaum schlafen, er kommt überhaupt nicht zur Ruhe. Sehr gut möglich, dass dein Hund einen Zwingerhusten hat.

 

Wieso heißt es eigentlich Zwingerhusten? Die Bezeichnung stammt noch aus Zeiten, wo viele Hunde zusammen in einem Zwinger lebten. Und wenn einer erkrankte, dann erkrankten gleich alle. Denn der Husten ist hochansteckend.

 

An welchen Anzeichen du ihn erkennst und wie du deinen kranken Hund gut pflegst, erkläre ich dir in diesem Artikel.

 

Der Zwingerhusten trägt viele Namen

 

Der Zwingerhusten heißt heute CIRD. Das steht für canine infektiöse Respirationserkrankung (bzw. für canine infectious respiratory disease). Weil vor allem die Luftröhre (Trachea) und die Bronchien betroffen sind, handelt es sich medizinisch gesehen meistens um eine Tracheobronchitis. Aber lass uns der Einfachheit halber von Zwingerhusten sprechen.

 

Diese ganzen Namen und Bezeichnungen kennt dein Hund natürlich nichts! Er merkt aber sehr wohl, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Und du natürlich auch. Doch bevor ich dir die Symptome beschreibe, stelle ich dir die Übeltäter vor, die die Krankheit verursacht haben.

 

Erst kommen die Viren, dann die Bakterien

 

Die häufigsten Erreger des Zwingerhusten sind Viren. Das sind vor allem

  • das canine Parainfluenzavirus (CPiV)
  • das canine Adenovirus Typ 2 (CAV-2)
  • das canine Herpesvirus (CHV)

Bakterien (v.a. Bordetella bronchiseptica) sind selten der Auslöser, sie kommen erst als (Sekundär)-Erreger hinzu. 


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Von Hund zu Hund in Windeseile

 

Der Zwingerhusten ist eine Tröpfcheninfektion: Bei jedem Niesen oder Husten gelangen die Erreger in die Umwelt, wo sie bis zu 2 Tagen überleben können. In dieser Zeit können sich natürlich alle Hunde infizieren, die sich in diesem Zeitraum dort befinden oder hinkommen.

 

Die Ansteckungsgefahr ist besonders dort groß, wo dein Hund viel Kontakt zu anderen Hunden hat.  de stecken sich vor allem dort an, wo sie engen Kontakt zu vielen Hunden haben: in Hundepensionen, beim Hundesport, in der Hundeschule, in stark besuchten Auslaufgebieten… Natürlich sind auch Tierheime oder schlecht gehaltene Zuchten ebenfalls Hochrisikogebiet.

 

Die Verbreitungsgefahr steigt auch, wenn

  • die Hygiene eindeutig schlecht ist
  • die Temperatur in den Räumen zu niedrig ist oder die Hunde sich sehr lange in der Kälte aufhalten müssen
  • die Räumlichkeiten viel zu feucht sind

 Es hängt natürlich auch vom einzelnen Hund ab, ob er sich schnell ansteckt oder nicht. Besonders anfällig sind Hunde, wenn

  • sie bereits durch eine andere Erkrankung geschwächt sind,
  • ihr Immunsystem nicht stark genug ist,
  • sie durch psychischen Stress belastet sind,
  • die körperliche Belastung zu groß ist,
  • sie unterernährt oder verwurmt sind.

Unterm Strich: Je stärker sein Immunsystem, umso resistenter wird dein Hund gegen die Erkrankung sein!

 

 

Der Zwingerhusten in 3 Schritten

  

Schritt 1: Die Viren besiedeln die Bronchien und die Flimmerhärchen der Atemwege. Dort entsteht eine Entzündungsreaktion, die die Schleimhäute angreift. 

 

Schritt 2: Dadurch sind auch die Abwehrmechanismen geschwächt und Bakterien wie Bordetella bronchiseptica haben jetzt ein leichtes Spiel, sich ebenfalls dort anzusiedeln.

 

Schritt 3: Der Schleim kann sich nicht mehr problemlos lösen. Der Hund muss also husten, um ihn aus den Bronchien zu befördern.   

   

 Kommen wir nun zu den Symptomen: Wie erkennst du, ob dein Hund einen Zwingerhusten hat.

 

Husten ist nicht gleich Husten

 

Der bellender, anfallsartiger, trockener Husten ist typisch für einen viralen Infekt. Der Hund würgt dann auch ganz stark, als würde etwas in seinem Hals stecken. Es kann sein, dass er dabei weißen, klaren Schleim ausspuckt. Der Husten wird vor allem dann ausgelöst, wenn Druck auf den Hals ausgeübt wird, z.B. über das Halsband, wenn der Hund an der Leine zieht. Möglicherweise „läuft“ auch die Nase, der Ausfluss ist wässrig-klar.

 

Sind Bakterien beteiligt, dann wird er Husten feucht und die Atmung rasselnd. Der Nasenausfluss wird dann eher eitrig.

 

Grundsätzlich ist der Zwingerhusten keine bedrohliche Erkrankung. In sehr schweren Fällen, vor allem bei Welpen, Junghunden oder Hunden mit einem geschwächten Immunsystem, kann der Zwingerhusten eine bedrohliche Lungenentzündung als Folge haben.

 

Aufgepasst: Husten ist auch ein Symptom bei Herzerkrankungen! Hält er länger an, dann solltest du das Herz untersuchen lassen.

 

In der Regel handelt es sich um eine leichte Erkrankung, die zwar unangenehm ist, die du aber mit einfachen Mitteln behandeln kannst.

 

So kannst du den Zwingerhusten wirksam behandeln

 

Um den Husten zu bekämpfen, ist der erste Gedanke Hustensirup. Sehr bewährt sind Fenchelhonig und Spitzwegerichsirup. Sie lindern den Reiz und werden von den meisten Hund auch gut akzeptiert.

Bei den Hustentees hast du die Qual der Wahl. Die verschiedenen Pflanzen und Kräuter haben jeweils unterschiedliche Wirkungen.

  • Efeu oder Schlüsselblume enthalten Saponine, die die Entstehung von flüssigem Schleim begünstigen. So kann der Schleim leichter abgehustet werden.
  • Eibischblätter, Huflattich, Spitzwegerich oder Malvenblüten sind sogenannte „Schleimdrogen“. Sie lindern den Hustenreiz und fördert die Regeneration der angegriffenen Schleimhäute der Atemwege.

Es ist also sinnvoll, eine Teemischung so zusammenzustellen, dass beide Wirkmechanismen ineinander greifen. Den Tee kannst du etwas abgekühlt über das Futter geben. 

 

Darf dein Hund auch inhalieren?

 

Aber natürlich! Es ist sogar sehr zu empfehlen. Dabei werden kleinste Tröpfchen und Aerosole eingeatmet, die tief in die Atemwege gelangen können. Zum einen befeuchten sie die Schleimhäute, zum anderen wird dein Hund durch die bessere Durchblutung in den Atemwege den angesammelten Schleim leichter los.

 

Mein Tipp: Du kannst zwar Pfefferminz- oder Eukalyptusöl benutzen. Einfaches Meersalz ist für den empfindlichen Geruchsinn der Hunde sicherlich angenehmer. Und nicht nur das: Durch die Inhalation einer isotonischen Kochsalzlösung (9g Salz pro Liter Wasser) sinkt die Übertragungsgefahr durch Husten oder Niesen für mehrere Stunden. So hilfst du nicht nur deinem kranken Hund, sondern schütz auch die anderen Tiere im deinem Haushalt.


Sofern er das schon gut kennt, kann dein Hund in seiner Box liegen. Dann stellst du die Schüssel mit dem gerade noch dampfenden Wasser in sichere Entfernung, so dass dein Hund weder mit der Nase noch mit den Pfoten herankommt. Wenn es möglich ist, kanns du ein großes Handtuch darüber legen, aber achte wirklich darauf, dass es für deinen Hund immer angenehm bleibt.

 

Du kannst aber auch deinen Hund im Schlaf inhalieren lassen, weil er sich dann kaum bewegen wird. Natürlich bleibst du die ganze Zeit direkt neben ihm und lässt ihn nicht aus den Augen.

 

Wichtig: Bitte denke daran, dass der bei Menschen gegen Husten sehr wirksame Zwiebelsirup für deinen Hund hochgiftig ist!

 

Mit einem starken Immunsystem geht alles schnell vorbei

 

Es versteht sich fast von selbst, dass das Immunsystem unterstützt werden muss. Hierzu gibt es viele verschiedene Möglichkeite, wie z.B.

  • Honig oder oder Manuka-Honig
  • Propolis
  • Vitalpilze, wie der Coriolus oder der Agaricus blazei Murrill
  • Katzenkralle
  • Starke Antioxidantien wie Traubenkernextrakte (OPC)

 

Was du sonst noch tun kannst

  • Gönne deinem Hund Ruhe. Verzichte auf Hundesport oder lange Wanderungen. Gemütliche Spaziergänge an der frischen Luft tun ihm jetzt gut. Er darf sich jetzt zuhause an einem ruhigen Platz ausruhen, wo er nicht gestört wird. Auch die Kinder im Haus sollten im Moment darauf Rücksicht nehmen.
  • Um andere Hunde nicht anzustecken, solltest du die Spaziergänge so legen, dass er nicht zu vielen Artgenossen begegnet.
  • Bei den Spaziergängen trägt er lieber ein Geschirr, damit kein Druck auf den Kehlkopf ausgeübt wird.
  • Halte die Raumluft feucht: Hiezu kannst du z.B. ganz einfach Wäsche zum trocknen aufhängen
  • Lüfte regelmäßig
  • Dort wo sich dein Hund aufhält, herrscht Rauchverbot!
  • Vermeide alles, was deinen Hund zum bellen animieren könnte.

Mit viel Liebe und Ruhe wird es deinem Hund ganz schnell wieder gut gehen.


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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