Anne Sasson - Ganzheitliche Hundegesundheit

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Warum Magenschoner deinem Hund nicht immer helfen
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Warum Magenschoner deinem Hund nicht immer helfen
Warum Magenschoner deinem Hund nicht immer helfen

Und sogar seiner Darmgesundheit schaden können

Magenschutz, Magenschoner, PPI (wie Protonenpumpen-Inhibitoren), Medikamente, deren Namen auf -azol enden: Mit diesen verschiedenen Bezeichnungen sind Magensäureblocker gemeint.

 

Meistens werden sie dir für deinen Hund zusammen mit Schmerzmitteln oder Antibiotika empfohlen, damit diese Medikamente den Magen nicht angreifen. Oder aber weil bei ihm eine Überproduktion von Magensäure vermutet wird. Dann sollen sie  deinen Hunden vor den Folgen einer überschüssigen Säureproduktion schützen.

 

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, warum Magenschoner deinem Hund auf lange Sicht nicht helfen und eventuell sogar schaden.

 

Magensäureblocker sollen, wie der Name schon sagt, die Produktion von Magensäure hemmen. Viele Hunde leiden unter Magenbeschwerden, sie schmatzen, stoßen auf, finden keine Nachtruhe, erbrechen in den frühen Morgenstunden, fressen Unmengen an Gras oder Erde bzw. lecken Decken und Wände ab.

Wenn dein Hund solche Symptome zeigt, dann wirst du ganz sicherlich über die Möglichkeit einer Übersäuerung nachgedacht haben.  Es ist ebenfalls wahrscheinlich, dass dir dazu geraten wurde, ihn mit Magensäureblockern zu behandeln. Mit einer geringeren Magensäureproduktion würden seine Beschwerden bald verschwinden.

 

Natürlich ist es nicht so einfach, denn auch Hunde, die zu wenig Magensäure produzieren, zeigen ähnliche Symptome. Du ahnst es schon: Für sie ist die Behandlung mit Säureblockern der Beginn eines Teufelskreises mit schwerwiegenden Folgen.


Die Magensäure arbeitet im Team

 

Die Magensäure ist nur ein Bestandteil des gesamten Magensafts.

Im Magensaft ist Salzsäure enthalten, die den pH-Wert im Magen extrem niedrig hält. Damit die Salzsäure die Magenwand nicht beschädigt, entsteht parallel zur Säurebildung Bikarbonat , um die Säure abzupuffern. So erfüllt die Salzsäure ihre Aufgaben, ohne dass die Magenschleimhaut angegriffen wird.

 

Eine der wichtigsten Funktionen der Magensäure ist es, die Keime abzutöten, die mit dem Futter in den Magen gelangen. Dieser Mechanismus greift dann besonders gut, wenn der pH-Wert im Magen niedrig ist.

Doch durch die Verabreichung von Säureblockern wird der pH-Wert im Magen deines Hundes angehoben. Das führt automatisch dazu, dass die Erreger es leichter haben, in seinen Organismus zu gelangen. Dies ist logischerweise absolut unerwünscht, denn die überlebenden Bakterien wandern ungehindert in den Darm, begünstigen die Entstehung von Darmentzündungen und Fehlbesiedlungen bzw. beeinträchtigen die Zusammensetzung der Darmflora erheblich.

Körpereigene Schleimstoffe zum Schutz der Magenwand


Die Verdauung von Proteinen beginnt im Magen deines Hundes und hängt ebenfalls von einem niedrigen pH-Wert ab. Ist dieser durch die Verabreichung von Magenschonern zu hoch, wird die Verdauung von Eiweißen stark beeinträchtigt. Die Konsequenz ist, dass diese nur unvollständig vorverdaut in den Dünndarm gelangen. Das führt zu weiteren Beschwerden im Verdauungsprozess, unter anderem zur gestörten Nährstoffaufnahme aufgrund der unzureichenden „Vorarbeit“ im Magen.

 

Da die Verdauungsenzyme nicht nur die Eiweiße, sondern auch die Magenwand selbst „verdauen“ würden, enthält der Magensaft Schleimstoffe, die direkt von der Magenschleimhaut produziert werden.Sie bekleiden die  Magenwand wie mit einem Gel und schützen sie vor Magenschleimhautentzündung (Gastritis).

 


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 Der Weg in die Untersäuerung

 

Die langfristige Gabe von Magensäureblockern verschiebt die Zusammensetzung des Magensafts und kann auf Dauer dazu führen, dass dein Hund zu wenig Magensäure produziert. Umso schlimmer ist es, wenn Magenschoner auf Verdacht gegeben werden, auch wenn ein Magensäureüberschuss überhaupt nicht als Ursache der Beschwerden sicher diagnostiziert werden konnte.

Die Folgen einer Untersäuerung sind vielfältig und können sich bei deinem Hund wie folgt zeigen:

 

  • Er leidet unter Sodbrennen und stößt nach dem Fressen auf, also ähnlich wie bei einer überschüssigen Magensaftproduktion.
  • Er verträgt Fleisch nicht mehr gut, da Eiweiße im Magen aufgrund der fehlenden Magensäure nicht ausreichend verdaut werden.
  • Es entsteht eine Fehlbesiedlung im Dünndarm.
  • Darminfektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen treten auf.

 

Zusätzlich führt die pH-Senkung durch Säureblockern zu Mangelerscheinungen, weil die Aufnahme von Calcium, Magnesium, Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D beeinträchtigt wird.

 

Längerfristig kommen weitere, irreversible Folgen hinzu. Studien bei Menschen haben gezeigt, dass Magensäureblocker die Blut-Hirn-Schranke passieren, so dass sie einen Einfluss auf die Entstehung von Demenz haben könnten. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass das Risiko einer Nierenerkrankung durch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern deutlich steigt.

 

Mach den Säuretest mit deinem Hund

 

Wenn dein Hund unter Sodbrennen leidet, kannst du einen ganz einfachen Test mit ihm machen. Du gibst ihm, sobald sich die Beschwerden zeigen, eine kleine Portion Kohlenhydrate. Das kann ein Stück trockenes Brot sein, Zwieback, zerdrückte Kartoffeln … Wenn du diesen Test mehrmals wiederholst und eine zuverlässige Besserung eintritt, dann ist es ein sicheres Zeichen für eine Übersäuerung.

 

Ist dies nicht der Fall, könntest du anschließend (aber auch nur anschließend) mit der vorsichtigen Gabe von Bitterstoffen testen, ob es sich bei deinem Hund um eine Untersäuerung handelt. Bitterstoffe erhöhen die Magensäureproduktion. Sie würden also die Beschwerden deines Hundes im Falle einer Untersäuerung bessern. Allerdings ist bei der Durchführung dieses Tests größte Vorsicht geboten, da sie bei verschiedenen Erkrankungen der Leber, der Gallengänge und natürlich auch bei dem leisesten Verdacht einer Gastritis absolut kontraindiziert sind.

 

Vorsichtsmaßnahmen bei Magenschonern

 

Wenn dein Hund aktuell Säureblocker bekommt, solltest du unbedingt

  • Sein Futter kochen und peinlichst auf Hygiene achten. Da weniger Magensäure produziert wird, werden Bakterien nicht mehr zuverlässig abgetötet. So entsteht das Risiko von Infektionserkrankungen und Fehlbesiedlungen im Darm.
  • Den Darm deines Hundes vorbeugend absichern, damit die Zusammensetzung der Darmflora nicht durch zusätzliche Keime verschoben wird.
  • Seine Darmschleimhaut stärken, um sie vor der Keimbelastung zu schützen.
  • Nach einer längeren Gabe die Magenschoner niemals abrupt absetzen, sondern behutsam ausschleichen
  • Darauf achten, dass dein Hund ausreichend Mineralstoffe und Vitamine bekommt.

 

Am wichtigsten wäre aber abzuklären, inwiefern dein Hund diese Behandlung tatsächlich braucht.  Ob dein Hund wirklich übersäuert ist, lässt sich leider nicht so einfach sagen. Einige Veränderungen in der Zusammensetzung des Futters, aber auch in den Fütterungsroutinen (Häufigkeit, Zeiträume …) liefern oftmals hilfreiche Hinweise. Entsprechende Korrekturmaßnahmen können schon eine erhebliche Besserung der Beschwerden bringen. Und natürlich gibt es einige Pflanzen, mit denen du deinem Hund helfen kannst… Hierzu mehr in der Fortsetzung!



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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

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Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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