Finger weg von Schonkost bei nierenkranken Hunden
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Warum die berühmte Schonkost nicht für nierenkranke Hunde geeignet ist.

Schonkost klingt erst einmal nach "schonen", weshalb viele Menschen denken, sie könnten damit nichts verkehrt machen. Leider doch. Jedenfalls wenn es um die Schonkost für Hunde im klassischen Sinne geht und wenn diese über einen längeren Zeitraum nierenkranken Hunden gefüttert wird. Aber wie kann den Schonkost so schlecht sein?

 

Warum Schonkost bei nierenkranken Hunden mein aktuelles "rote Tuch" ist


Was verstehen wir eigentlich unter Schonkost? Die klassische Variante besteht aus magerem Hühner- oder Putenfleisch, gekochten Möhren und wahlweise Reis oder Kartoffeln. Da auch das Thema Schonkost kontrovers diskutiert wird, gibt es zur Frage "Reis oder Kartoffeln" auch verschiedene Meinungen. Als Alternative zum Fleisch wird auch oft Hüttenkäse empfohlen.

 

Eine solche Futterzusammensetzung eignet sich für den kurzfristigen Einsatz, wenn der Hund leichte Verdauungsbeschwerden hat. Ein paar Tage Schonkost zu füttern ist also sinnvoll, wenn er eine harmlose Verstimmung mit etwas Durchfall oder kurzfristigem Erbrechen hat. Es gibt noch andere Situationen, in denen die Schonkost große Vorteile bietet: z.B. nach einem chirurgischen Eingriff, um den Hund nicht unnötig mit Verdauungsvorgängen zu belasten. Oder wenn ein gieriger Hund sich überfressen hat, um ihn dann zu entlasten.

 

Längerfristig führt diese einseitige Schonkost zu Mangelerscheinungen und liefert in der Regel viel zu wenig Energie.

 

Hühnerbrust und gedünstetes Gemüse sind für viele Menschen Inbegriff einer fettarmen und deshalb gesunden Diät. Der Gedanke, dass sie "schonend" füttern, bestätigt sie in ihrem (verständlichen und auch wünschenswerten) Bedürfnis, ihren Hund mit liebevoller Pflege zu umsorgen. All das ist leider irreführend.

 

Ich habe es gerade gestern wieder erlebt – Eine Dame rief bei mir an, weil sie einen Fütterungsplan für ihren Hund haben wollte. Vor einem halben Jahr wurde eine beginnende Nierenerkrankung diagnostiziert. Da der Hund sich weigerte, das spezielle Trockenfutter zu fressen, meinte sie es gut, und kochte für ihren Liebling.

 

Gut gemeint ist aber nicht immer gut gemacht

 

"Schonkost, damit die Nieren entlastet werden", so erklärte sie mir. Der Hund bekommt also seit Monaten mageres Hähnchenfleisch, Reis, gekochte Möhren und Hüttenkäse. "Weil Hüttenkäse Calcium enthält", berichtete sie weiter. "Und abends ein Rinderohr, um die Zähne sauber zu halten."

Eine solche Fütterung ist auch für gesunde Hunde nicht ausgewogen. Für einen nierenkranken Hund ist sie katastrophal. Gerade bei einer beginnenden Erkrankung ist es möglich, mit einem individuell angepassten Fütterungsplan deren Verlauf aufzuhalten. Die erste Maßnahme lautet: Phosphorzufuhr reduzieren. Ein Blick in den Nährwertrechner zeigt ganz deutlich: Mageres Fleisch enthält viel mehr Phosphor als die fetteren Stücke. Von getrockneten Kauartikeln ganz zu schweigen: Das sind eine wahre Phosphorbomben!

 

Es mag böse klingen...


...aber "verkehrter" kann man einen nierenkranken Hund nicht füttern.

Nierenkranke Hunde brauchen eine Nierendiät, die nach ganz bestimmten Grundsätzen zusammengestellt wird. Sinnvoll ist es natürlich, die Diät individuell auf den Hund abstimmen zu lassen. Wer es möchte, kann diese Grundsätze lernen und anschließend einen angepassten Fütterungsplan für seinen Hund erstellen. Wer keine Zeit hierfür aufbringen möchte oder kann, wendet sich an eine/n Ernährungsberater/in. So ist sicher gestellt, dass der Hund alles bekommt, was er braucht. Und auch nichts bekommt, was ihm schaden könnte. Er wird ausgewogen und seinen eventuellen Erkrankungen entsprechend gefüttert.

 

Und was die Schonkost betrifft

 

Sie ist und bleibt eine wunderbare kurzfristige Maßnahme, um die Verdauung bei einer leichten Verstimmung wieder zu beruhigen.