Hundegeschichten im Monat März
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Hundegeschichten März 2022
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Damit Hundeaugen strahlen.

Heute nehme ich dich mit hinter die Kulissen meiner Praxis und meiner Online-Kurse und Programme. Es gab im März wie immer viel Spannendes:

  • Die Milz nicht vergessen
  • Was mich sehr bewegt: So viele ganz jungen Hunde sind nierenkrank.
  • Frage aus dem Immunsystem-Kurs: Wann ist eine Darmpflege nötig?
  • Was mich nachdenklich macht: Zu strenge Anweisungen verunsichern Hundemamas 
  • Was mich so richtig freut (Neues von Noa)
  • Im Interview für den Online-Kongress „Die Futterlüge“

Ich beginne mit dem letzten Punkt, weil das Interview sehr viel Spaß gemacht hat. Es fand im Rahmen des Kongresses „Die Futterlüge“ statt. Schon den Titel finde ich großartig, umso mehr habe ich mich gefreut, dass Anita und Christian mich als Speakerin eingeladen haben. Und dann noch zu einem meiner Lieblingsthemen: DETOX und Immunsystem! Die Fütterung ist natürlich die beste Basis, aber wir haben auch viel über die verschiedenen Möglichkeiten gesprochen, die die Naturheilkunde deinem Hund zu bieten hat. 

Wärmste Empfehlung: Die Futterlüge vom 2. Bis 8. Mai 2022.

 

Für das nächste Thema starte ich mit einem Zitat aus dem Klexikon – der Wikipedia für Kinder: „Früher glaubten die Menschen: Die Milz ist auch wichtig für die Gefühle. Wenn jemand sehr wütend wurde, glaubte man, dass die Milz krank war.“  

Es war nicht nur früher so: Auch heute werden Emotionen wie Sorgen oder Grübeln in der TCM der Milz zugordnet. Und für das Immunsystem spielt die Milz eine ganz wesentliche Rolle.

 

Anfang März habe ich eine liebe Kundin beraten, deren Hund vor 2 Jahren die Milz entfernt wurde. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Milz so oft vergessen wird. Weil ein Hund ohne Milz gut leben kann, wird oft davon ausgegangen, dass man generell auf sie verzichten könnte.


Dabei ist es gerade bei Hunden, die ohne Milz leben müssen, sehr wichtig, auf eine starke Abwehr zu achten. Denn das kleine Organ gehört zum Lymphsystem und ist somit auch Bestandteil des Immunsystems. In der Milz werden Antikörper gebildet und Immunzellen gespeichert. Nach einer Entfernung werden die Aufgaben der Milz zwar durch andere Teile des Immunsystems übernommen, eine Unterstützung des bleibt trotzdem sinnvoll.

Was mich momentan sehr bewegt – und zwar nicht seit diesem März: Es gibt immer mehr sehr jungen Hunde, die an einer Nierenerkrankung leiden. Während ich vor einigen Jahren hauptsächlich ältere Hunde mit chronischer Niereninsuffizienz behandelt habe, sind es seit zwei oder drei Jahren viel mehr jüngere Hunde, ja sogar sehr junge Hunde. Manche überleben nicht einmal das erste Lebensjahr. Im Monat März kamen drei besorgte Hundemamas zu mir, deren Hunde keine drei Jahre alt waren und teilweise aufgrund der Erkrankung schon eine schwere Anämie hatten. Umso mehr freue ich mich, wenn ich dann nach ein paar Wochen höre, dass es den „Kleinen“ schon viel besser geht. Es ist jedes Mal eine große Lektion in Demut und Dankbarkeit. Und eine Erinnerung daran, mich jeden Tag über die Gesundheit meiner Hunde zu freuen. Und weil es mir ein großes Anliegen ist, Hunden mit Nierenerkrankungen und ihren Hundemamas zu helfen, startet bald ein ganz neues 12-Wochen-Nierenprogramm.

 

Wann und wie mache ich eine Darmsanierung bei meinem Hund?

Die Frage kam heute im wöchentlichen Live-Call vom Immunsystem-Kurs. Ich fand sie so spnnend, dass ich gern die Antwort für dich zusammenfasse.

 

Du hast ganz sicher viele verschiedene Begriffe gehört: Darmsanierung, Darmaufbau, Darmpflege … und es lohnt sich erstmal kurz zu schauen, was sich dahinter verbirgt.

 

In meinen Augen 3 wichtige Punkte:

  • Toxine binden,
  • ein gutes Verhältnis zwischen den verschiedenen Mikroben wieder herstellen und
  • auch die Darmschleimhaut schützen.

Es geht also nicht darum, irgendwelche Präparate zu geben, weil sie dir empfohlen wurden, sondern mit System vorzugehen, um deinem Hund das zu geben, was er braucht.

 

Im Idealfall braucht er gar nichts. Nehmen wir an, dass er schon als Welpe artgerecht, gefüttert wurde. Er hat keine unnötigen Antibiosen und Wurmkuren bekommen, er wurde mit Bedacht geimpft. Wenn er doch mal krank wurde, dann wurde er mit sanften aber effektiven Mitteln behandelt.

 

Dann müsstest du eigentlich nichts machen, denn sein Organismus ist immer bestrebt, alles von selbst zu regulieren, und wenn man ihn lässt, dann kann er das meistens auch. 


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Es gibt aber nicht nur den Idealfall

 

Wenn dein Hund eine Antibiose bekommen hat, dann wird sie auch die nützlichen Darmbakterien teilweise zerstört haben. Hier sind Präparate nötig, die sie ersetzen oder günstige Bedingungen schaffen, damit sie sich wieder vermehren können.

 

Wenn dein Hund mit Schadstoffen konfrontiert ist und sich Toxine angesammelt haben, dann müssen diese gebunden und ausgeschieden werden.

 

Wenn bei deinem Hund eine Darmentzündung vorliegt, dann ist es sinnvoll, seine angegriffene Darmschleimhaut zu schützen.

 

Es ist also sinnvoll, das oder die Ziel(e) vor Augen zu haben, um die richtigen Mittel für deinen Hund auszuwählen.

 

Das macht mich sehr nachdenklich. Deshalb möchte ich auch unbedingt darüber schreiben. Es ist mir kürzlich mehrmals aufgefallen, dass Hundemamas durch ganz strenge Anweisungen bei der Therapie und Fütterung ihrer Hunde stark verunsichert wurden. Sie möchten alles richtig machen, um ihrem Hund zu helfen und werden teilweise angehalten, sehr strikte Regeln zu befolgen. Das können sehr enge Fütterungszeiträume sind (z.B. auf keinen Fall nach 17h00), oder Zubereitungsmethoden (Z.B. Fleisch 6 bis 8 Stunden im Slow-Cooker garen). Oder aber sehr reduzierte Fütterungspläne.
 

Auf einem solchen Fütterungsplan standen (neben Fleisch natürlich!) lediglich … Süßkartoffeln und Heidelbeeren. Mit dem Ergebnis, dass die Hündin gar nicht mehr gefressen hat, weil sie die Beeren nicht mochte. Dabei wäre es doch so einfach, eine kleine Liste mit gesunden und verträglichen Obstsorten mitzugeben! Zumal eine gewisse Abwechslung im Obst-Gemüse-Brei sehr sinnvoll ist, um auf verschiedene Wege Ballaststoffe, Pflanzenfarbstoffe, Vitamine und Mineralien zu liefern.

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht und auch an Zeiten erinnert (vor ca. 20 Jahren!), in denen in Fütterungsforen-Mitglieder:innen an den Pranger gestellt wurden, weil sie dieses oder jenes fütterten bzw. nicht fütterten… Natürlich ist es wichtig, gerade bei kranken Hunden auf eine bestimmte Diät zu achten. Doch in den allermeisten Fällen ist eine gewisse Abwechslung auch im Rahmen von Diätregeln möglich.

Und das macht mich so glücklich

Am Ende möchte ich gern von meiner wunderbaren Hündin Noa berichten – auch weil ich oft gefragt werde, wie es ihr so geht.
Kurze Zusammenfassung: Noa ist seit Ende Mai 2021 bei mir und eine sehr ängstliche Hündin, die sich von niemanden anfassen lässt. Anfangs war sie durch die Schleppleine permanent für mich erreichbar. Doch bei jeder Berührung verfiel sie in Schockstarre und ich habe sehr schnell entschieden, dass ich sie nicht „zu ihrem Glück zwingen würde“. Die ersten Monate hat sie dazu genutzt, ihre Grenzen festzustecken und ihren Freiraum zu definieren. So wurde sie wesentlich lockerer, wenn auch weiterhin unnahbar. Noa wird seit Anfang Dezember mit Selektiven Serotin-Wiederaufnehmer -kurz SSRI) behandelt.

Seit etwa Ende Februar, also ca. 3 Monate nach Beginn der Behandlung, zeigen sich deutliche Veränderung. Zu dieser Zeit habe ich auch ein neues Mittel für sie ausgewählt, das ebefalls endlich zu greifen scheint. Noa ist viel fröhlicher. Sie beginnt, sich im Raum zu bewegen, an den Möbelstücken zu schnuppern. Draußen war sie schon immer freier, weil sie besser ausweichen kann. Doch heute zeigt sie sich immer mehr von ihrer fröhlichen und lustigen Art. Sie springt wie ein junges Pferdchen und dreht sich wie ein Derwisch um die eigene Achse, wenn ich das Futter raustragen. Einfach sooo schön zu sehen!

Alles deutet darauf hin, dass sie aufnahmefähiger geworden ist und jetzt auch lernen kann. So beginnen wir mit kleinen Trainingseinheiten, bei denen sie eigenständige Entscheidungen trifft, die für sie gut sind. Seit einigen Tagen möchte sie sogar schon an meinen Fingern schnuppern! Ich muss mich dann sehr stark zusammenreißen, um meine Euphorie nicht zu zeigen. Denn eine kleine Bewegung und Noa ist weg.

Ich bin so stolz auf sie. Ich merke ihr von Beginn an, dass sie wirklich will. Aber noch nicht kann. Es ist so wundervoll, sie täglich zu begleiten. Jeden Tag ein Grund zur Freude.

Randnotiz
Ich habe kürzlich an einem fantastischen Workshop teilgenommen, in dem es um unsere innere Motivation ging. Warum tun wir, was wir tun. Und plötzlich schrieb ich diesen Satz auf einem weißen Blatt Papier: Damit Hundeaugen strahlen.

Ich möchte jeden einzelnen Tag etwas tun, um genau das zu erreichen.



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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

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