Dein Hund hat Sodbrennen? Das sind die häufigsten Ursachen.
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Zu viel Magensäure? Oder vielleicht zu wenig?
Sodbrennen beim Hund: Zu viel Magensäure? Oder vielleicht zu wenig?

Zu viel Magensäure? Oder vielleicht zu wenig?

Dein Hund schmatzt oft, stößt häufig auf, schluckt nach Luft, frisst wie besessen Gras, erbricht in den frühen Morgenstunden Schleim oder Schaum und es sieht so aus, als hätte er Schmerzen? Höchste Zeit, an Sodbrennen zu denken.

 

Wie Sodbrennen entsteht und nach welchen möglichen Ursachen du bei deinem Hund forschen solltest: Das sind die wichtigen Themen in diesem Blog-Artikel.

 

Sodbrennen: Die Magensäure ist der Übeltäter

 

Was spielt sich im Magen deines Hundes ab? Dort wird die Nahrung so zerkleinert und vermischt, dass sie anschließend in den Darm zur weiteren Verwertung transportiert werden kann.

 

Ganz wichtig für die Verdauungsphase ist der Magensaft. Er wird meistens auf seinen hohen Anteil an Salzsäure reduziert, weshalb sehr oft nur von der Magensäure gesprochen wird. Diese Säure ist zwar unerlässlich, um das Futter zu zersetzen und Bakterien zu töten, doch der Magensaft besteht aus weitaus mehr: Hier agieren auch Bikarbonat, Schleimstoffe und Verdauungsenzyme.

 

Die Schleimstoffe und das Bikarbonat haben die Funktion, die Magenwand vor der Säure zu schützen. Ohne diesen Schutz würden leicht Entzündungen und sogar Magengeschwüre entstehen.

 

Die wichtigsten Verdauungsenzyme, die im Magen für eine gute Verdauung sorgen, sind die Pepsine. Sie haben die Aufgabe, Eiweiße zu spalten. Aber um aktiv zu werden, brauchen sie unbedingt die Einwirkung der Salzsäure.

 

Das bedeutet, dass bei ungenügender Magensäureproduktion die Verdauung nicht optimal funktionieren kann. Gleiches gilt, wenn das Futter zu viele Bestandteile beinhaltet, die eine starke Pufferwirkung ausüben und die Säure neutralisieren. Das sind vor allem Kohlenhydrate, wenn sie in zu großen Mengen gefüttert werden.


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Ist zu viel Magensäure immer Ursache von Sodbrennen?

 

Bei Sodbrennen ist der Übeltäter zwar die Magensäure, die brennenden Schmerzen entstehen aber, wenn sie in die Speiseröhre zurückfließt.  Es ist aber trügerisch zu glauben, dass Sodbrennen zwangsläufig von einem Überschuss an Magensäure kommt.

 

In der gängigen Behandlung von Sodbrennen (z.B. mit den sog. „Magenschonern“, deren Namen oft auf -azol enden), geht es darum, die Produktion von Magensäure einzuschränken, um die Beschwerden zu lindern. Klingt erstmal logisch. Doch auf lange Sicht entstehen dadurch immer mehr Probleme, denn aus einer anfänglichen Übersäuerung wird schnell eine Untersäuerung! (Zum Thema "Magenschoner" findest du hier viele weiteren Informationen)

 

Was passiert, wenn der Magensaft zu wenig Säure enthält? Das Futter kann nicht ausreichend zerkleinert und die Eiweiße genügend aufgespalten werden. Diese Aufgabe wird sozusagen auf den Dünndarm abgewälzt, der seine eigene Arbeit nicht mehr unter optimalen Bedingungen erledigen kann. Anstatt einen feinsäuberlich im Magen vorbereiteten Nahrungsbrei, nimmt er ein halbfertiges „Produkt“ in Empfang, das ihm zusätzliche Leistung abverlangt. Ab hier entstehen also weitere Probleme, weil unverdaute Eiweißpartikel die Darmwand passieren können. Das ist der erste Schritt in Richtung Futtermittelunverträglichkeiten.

Zurück zum Sodbrennen!

Dass ein Überschuss an Magensäure zu Sodbrennen führen kann, ist leicht verständlich. Aber wie gelangt sie in die Speiseröhre? Am Eingang zum Magen befindet sich ein Schließmuskel, der verhindern soll, dass die Säure zurückfließt.

 

Wenn der Magen aber zu sehr gedehnt ist, kann es passieren, dass sich dieses Tor leichter öffnet.  Beim Hund kommt noch die Tatsache hinzu, dass ein Großteil der Speiseröhre waagegerecht und in Höhe des Magens liegt, was den Rückfluss begünstigen kann. 

Eine weitere Ursache hierfür ist Übergewicht, weil Druck auf den Magen ausgeübt wird.

Warum zu wenig Magensäure bei deinem Hund für das Sodbrennen verantwortlich sein kann

 

Enthält der Magensaft zu wenig Säure, muss der Magen mehr arbeiten, um die Nahrung zu zerkleinern. Er versucht, die Wirkung der Säure durch zusätzliche Mischbewegungen zu kompensieren. Durch diese heftigen Bewegungen kann es passieren, dass sich das Tor zur Speiseröhre etwas öffnet. In diesem Fall ist zwar zu wenig Magensäure vorhanden, um die Verdauungsaufgabe zu übernehmen, die Menge reicht jedoch aus, um einen brennenden Schmerz in der Speiseröhre deines Hundes zu erzeugen.

 

Dazu kommt, dass die mechanische Einwirkung durch mehr Bewegung nicht so wirksam ist, wie die chemische Leistung der Säure, sodass das Futter länger im Magen bleibt. Es beginnt dann zu gären, dein Hund muss aufstoßen und Magensäure wird nach oben befördert.

 

Woher kommt es, dass dein Hund unter Sodbrennen leidet?

 

Hier ist eine Übersicht über häufige Ursachen:

 

  • Ungeeignetes Futter: Hier helfen leider keine pauschalen Aussagen: Es sollte individuell geschaut werden, wie die Nahrung angepasst werden kann. Manche Hunde vertragen z.B. keine Knochen oder nur wenig Fett. Bei anderen ist die große Menge Kohlenhydrate für das Sodbrennen verantwortlich.

  • Schnelle Futterumstellung: Paradoxerweise kann die Umstellung auf ein Futter, das hochverdaulicher ist, zu Beschwerden führen, weil in der Übergangszeit der Magen weiterhin die größere Menge Säure produziert, die bislang gebraucht wurde.

  • Ungewohntes Futter bei empfindlichen Hunden. Typisch sind die Leckerlis vom Nachbarn oder ab und zu etwas vom Tisch, das nicht vertragen wird.

  • Zu große Portionen, die zu lange im Magen liegen.

  • Zu strikte Fütterungszeiten und ritualisierte Fütterung.

  • Übergewicht

  • Bestehende Erkrankung wie z.B. eine Gastritis

  • Stress

  • Medikamente

Ein wichtiger Schritt bei der Behandlung von Sodbrennen besteht darin, bei deinem Hund nach den möglichen Ursachen zu forschen. Und diese natürlich auch möglichst schnell zu beseitigen. Die Naturheilkunde hat viel zu bieten, um deinem Hund zu helfen: Hierzu schreibe ich nächste Woche einen Artikel für dich!


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Meine Name ist Anne Sasson. Ich bin Tierheilpraktikerin, Ernährungsberaterin und Dozentin. 

Mein Herzenswunsch?  Für immer mehr Hundegesundheit zu sorgen.
Meine Vision? Jeder Hund wird individuell behandelt und nach seinen ganz speziellen Bedürfnissen gefüttert.
Mein Weg? Es sind eigentlich zwei... Hunde sanft und nachhaltig behandeln und maßgeschneiderte Fütterungpläne für sie zusammenstellen. Und mein Wissen und meine Erfahrungen an andere Menschen im Tierberuf weiterzugeben. 

 
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